Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.03.2019


Musik

Therese Terror in Innsbruck: Eine andere Platte für die Elektroszene

Als Festivalmacherin und DJane will Therese Terror auf die Vielfalt im Kulturbusiness hinweisen.

Therese Terror gastiert heute Abend in Innsbruck.

© David SchermannTherese Terror gastiert heute Abend in Innsbruck.



Innsbruck – „Wer heute die zeitgenössische, elektronische Musik als homogen wahrnimmt, macht seine Arbeit nicht gut“, sagt Theres­e Terror (sie heißt eigentlich Kaiser mit Nachnamen) vor ihrem Auftritt heute in der Innsbrucker p.m.k. Ihre Erfahrung als DJane vermittle ein ganz anderes Bild: Die Elektro-Szene sei äußerst vielfältig. Und Therese Terror macht ihre Arbeit gut, gibt es doch aktuell kaum aufstrebend­e Festivals in Wien, die ohne die Unterstützung von Kaiser auskommen.

Dabei stand am Anfang ihrer Arbeit eine simpl­e Feststellung: Die Clubszene repräsentiert zu wenige Frauen. Also stellte sich Kaiser selbst an die Decks und initiierte dann „Femdex“, ein Verzeichnis von Künstlerinnen, das das Festival-­Booking für weibliche Acts erleichtern sollte. Das passte auch zu ihrer früheren Idee, die Themen Arbeitsmarkt und Feminismus in einem publikumswirksamen Format unterzubringen.

2014 entstand die Weiterbildungsreihe „Business Riot Series“. Daraus entwickelte sich schließlich das RRRIOT Festival, das nun Anfang März zum zweiten Mal in Wien stattfand – und 6500 BesucherInnen u. a. mit Gerechtigkeitsfragen, dem Thema Feminismus sowie dem Umgang mit dem öffentlichen Stadt-Raum konfrontierte. Auch Ausstellungen oder Lesungen fänden dabei Platz, meint Kaiser. Und Party.

Genauso wie beim „Hyper­reality“, einem Festival, das auch im Rahmen der Wiener Festwochen Veranstaltungen stellt. Gemeinsam mit Marlene Engel bestückt Therese Kaiser dort das Programm mit weibliche­n Künstlerinnen, „non-binary, inter und trans“, wie die Vorabinfo verrät.

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Auf die Frage, ob sich Kaiser beim Zusammenstellen der Acts für Musikveranstaltungen mit all den selbst auferlegten Quoten noch frei fühle, meint die Kuratorin: „Man beschränkt sich, wenn man das immer gleichklingende Penis-Line-up auf die Bühne bringt.“

Fürs „Hyperreality“ stehe fest: „So wie immer alle betonen, dass sie es schaffen, zwei Frauen einzuladen, betonen wir den Anteil an Männern – heuer 30 Prozent.“ Dem weiblichen Fokus wird das Festival gerecht. Von der Qualität darf man sich ab 17. Mai in Wien überzeugen, von Kaiser als DJane (gemeinsam mit SYN3A) heute in der p.m.k. (bunt)


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