Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.05.2019


Bezirk Imst

„Missa pro pace“ erklang in in der Stiftsbasilika in Stams

In die mittelalterliche Welt Maximilians tauchten die Stiftsmusik, das Paluselli Consort und das Ensemble Alerion ein.

© DornIn die mittelalterliche Welt Maximilians tauchten die Stiftsmusik, das Paluselli Consort und das Ensemble Alerion ein.



Stams – Sozusagen als Rahmenprogramm der derzeit im Zisterzienserstift Stams gezeigten Sonderausstellung „… im fried, vnnd einigkeit …“ wurde dem Leben Kaiser Maximilians I. nun auch ein Konzert gewidmet, bei dem damalige Werke zunächst bei einer Aufführung in der Stiftskirche Fiecht und tags darauf in der Stiftsbasilika Stams dargebracht wurden.

Michael Anderl zeigte sich für die Gesamtleitung verantwortlich.
Michael Anderl zeigte sich für die Gesamtleitung verantwortlich.
- Dorn

Unter der Leitung von Michael Anderl, der auch die Ausstellung kuratierte, fanden sich die Stiftsmusik Stams, das Paluselli Consort Stams sowie das Vokalensemble Alerion zusammen, um sich im ersten Teil des Konzerts den Plagen des bewaffneten Mannes und der Sehnsucht nach Frieden zu widmen und im zweiten Teil dann unter anderem das wuchtige Werk von Heinrich Isaac „Virgo prudentissima“ zur Aufführung zu bringen. Die instrumentale Hinterlegung durch das Paluselli Consort und die gesanglichen Meisterleistungen sowohl des Chors als auch der Sänger von Alerion brachten dabei die Hingabe einer musikalischen Sphäre zum Vorschein, in der die Verehrung weltlicher Herrscher noch mit sakraler Anbetung vermischt war. In der Aufführung der Ludwig Senfl­ zugeschriebenen Fassung der Trauermotette „Quis dabit oculis“ schließlich durften die Konzertbesucher die Trauer über Maximilians Tod nachempfinden: „Österreich, warum wirst du – mit Trauerkleidern angetan – vom Kummer verzehrt?“ (ado)