Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 02.06.2019


Musik

Schönheiten zum Ziehen und Drücken

Tango oder Volksmusik: 3000 Harmonikaspieler zeugen von der Vielfältigkeit des Instruments beim 13. World Music Festival in Innsbruck.

Am Vormittag lauschten Harmonikafans dem Wertungsspiel des 1. Handharmonika-Clubs Ditzingen im Congress.

© Vanessa Rachlé / TTAm Vormittag lauschten Harmonikafans dem Wertungsspiel des 1. Handharmonika-Clubs Ditzingen im Congress.



Innsbruck – Sie präsentieren sich in edelstem Ebenholz, glänzen wie eine Discoqueen oder beeindrucken in mattschwarzem Look. Akkordeon, Steirische und Mundharmonika sind mit ihren Spielern die Stars des 13. World Music Festivals, das noch bis Sonntag in Innsbruck stattfindet. Bereits zeitig am Vormittag ist der Saal Tirol im Congress mit internationalen Fans gut gefüllt. Die Teilnehmer des Harmonika-Wettbewerbs zeigen, was die Faszination des Instruments ausmacht. „Ob Tango, Jazz, Pop, Klassik, Volksmusik oder neue Musik, die Harmonika-Instrumente sind so vielseitig und man kann sie solistisch wie im Orchester spielen“, erklärt Silvio aus Mailand, der extra zum Festival nach Tirol gereist ist.

Ganz dem Akkordeon hat Landsfrau Francesca ihr Leben gewidmet. Die Chefin der berühmten Akkordeonmanufaktur Pigini in Castelfidardo erklärt stolz, dass in ihrem Unternehmen die Instrumente händisch gefertigt werden. Und hört man die Geschichte von Paolo Soprani, dann wurde in der kleinen Stadt in den Marken 1863 auch die allererste Akkordeonwerkstatt eröffnet.

Wie man aus einem Akkordeon einen Mercedes-AMG macht, beschreibt indessen an einem anderen Stand Rolf Lenz-Donner. „Ich tune die Instrumente. Danach klingen sie noch grundtöniger. Sie werden dabei nicht aggressiver, bleiben aber laut“, sagt Lenz-Donner, der weiß, wovon er spricht. Er hat Akkordeon studiert und vor über zehn Jahren im Treibhaus mit der Band Primavera del Tango aufgespielt.

Vor dem Saal Brüssel ist indessen ein wenig Aufregung zu spüren. Das Akkordeonquintett Intrada – beim Üben erst in Viererbesetzung – bereitet sich auf seinen Auftritt vor. „Wir sind hier, weil wir die ganze Atmosphäre mögen und man sich immer wieder bei diesen Festivals trifft“, sagen die Hobbymusiker und ziehen und drücken für ein Foto gern ihre Akkordeons, „die eine Untergruppe der Handzuginstrumente sind“, wie sie gut gelaunt den Laien wissen lassen. (wa)

Die Spieler von „Intrada“ zeigen sich beim Üben gut gelaunt.
Die Spieler von „Intrada“ zeigen sich beim Üben gut gelaunt.
- Vanessa Rachlé / TT
Der Meister des Harmonika-Tunings, Rolf Lenz-Donner.
Der Meister des Harmonika-Tunings, Rolf Lenz-Donner.
- Vanessa Rachlé / TT