Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 25.06.2019


Kaiser Max

„Münzwurf“ in Hall: Von der dritten Seite der Münze

Nach Lienz, Stams und Schwaz zeigte am Sonntag Hall unter dem Motto „Münzwurf“ einen Aspekt aus dem Leben von Kaiser Maximilian I. Kreative Köpfe und 250 talentierte Ausführende begeisterten.

250 Mitwirkende gestalteten in Hall eines der „Sieben Leben des Maximilian“, mit Sorgfalt und viel Engagement einstudiert von den hier mit Applaus bedankten Musikpädagogen und Ensembleleitern.

© Malyshev250 Mitwirkende gestalteten in Hall eines der „Sieben Leben des Maximilian“, mit Sorgfalt und viel Engagement einstudiert von den hier mit Applaus bedankten Musikpädagogen und Ensembleleitern.



Hall – Tirol ist reich an historischen Bauten, Gassen, ganzen Stadtteilen. Man durchstreift sie, spielend, eilend, viele wachsen darin auf. Substanz aus verschiedenen Epochen, die durch die Jahrhunderte geht, die je nach herrschender Mentalität schläft, sorgsam erhalten oder zeitgeistig aktualisiert wird.

Dann findet diese Woche an sieben Orten ein Ereignis statt wie „Die sieben Leben des Maximilian“, und da werden Zeit und Geschichte plötzlich ereignishaft und Thema. Wie nah ist uns dieser Kaiser Maximilian I., dessen Leben und Wirken (Ableben vor 500 Jahren) dem Land Tirol heuer ein Jahresmotto wert ist?

„Die sieben Leben des Maximilian“ ist, wie berichtet, ein Projektreigen, sorgfältig und professionell kuratiert von erstklassigen Künstlern, kreiert in Vernetzung mit erfahrenen Veranstaltern und präsentiert von begabten Menschen jeden Alters, großteils Laien.

Lienz, Stams, Schwaz und Hall waren bereits Austragungsorte vor insgesamt mehr als 3000 Zusehern.

In Hall wurde am Sonntag die ganze Altstadt zur Bühne, auf Plätzen und Stiegen, in Gassen und Höfen drängten sich Menschen, die hier zu Mitwirkenden wurden, um die Speckbacher Stadtmusik und die Salinenmusik (Leitung Otto Horneck), die Chöre Stimmsalz und Stimmpfeffer (Maria Luise Senn-Drewes), Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums der Franziskaner Hall (Susanne Jäger, Christoph Gapp, Barbara Oberthanner, Lukas Hofmann), lauschten den Turmbläsern (Thomas Steinbrucker) und den Schülern und Schülerinnen der Schlagzeugklassen der Haller Musikschule (Andreas Schiffer).

Motto war hier „Münzwurf“, und so ging es um den Medienkaiser, um die beiden Seiten einer Münze – „Kopf oder Zahl, Krieg oder Frieden, Kirche oder Reformation, Europa oder Neue Welt, Gegenwart oder Vergangenheit?“ – und die Möglichkeit einer dritten Seite, die jeder gedanklich für sich mitnehmen konnte.

Dietmar Wiesner (Ensemble Modern) und der ebenfalls renommierte Tiroler Komponist Bernhard Gander schrieben eigens neue, pointierte, bleibende Musik, von der Autorin Kathrin Röggla kamen die Texte. Es gab Fanfare, Jingle, Rap, Hymne, Polyrhythmik, ein komponiertes Sprechstück, Variationen zu Isaacs „Innsbruck, ich muss dich lassen“ und vieles andere zu hören sowie Szenen der Theater- und Hörspielgruppe. Alles im Sternmarsch zusammengeführt zum großen Finale am Oberen Stadtplatz.

Aufmerksame Stille und Jubel der vielen Zuhörer und Zuschauer.

Drei Programme sind noch ausständig: am 28. Juni auf Schloss Landeck, am 29. Juni in Altfinstermünz und am 30. Juni in Innsbruck. (u.st.)

Es war ein aussagekräftiges, bemerkenswertes, insgesamt fröhliches Fest für Maximilian und die Menschen von heute, das die Gassen von Hall und zuletzt den Oberen Stadtplatz füllte.
Es war ein aussagekräftiges, bemerkenswertes, insgesamt fröhliches Fest für Maximilian und die Menschen von heute, das die Gassen von Hall und zuletzt den Oberen Stadtplatz füllte.
- Malyshev