Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.06.2019


Innsbruck-Land

Führung zu Stainer-Geigen aus aller Welt in Absam



In Washington findet man eine, in New York zwei und eine weitere in Sout­h Dakota: Wenn es um die Geschichte des Streich­instrumentenbaus geht, dann besteht weltweit die Chance, auf wertvolle Original-Instrumente des berühmten Geigenbauers Jacob Stainer zu treffen, der im 17. Jahrhundert in Absam tätig war.

Schon vor 350 Jahren — im Zuge einer Auseinandersetzung mit dem Bischof von Brixen, der ihn der Ketzerei bezichtigte — hat Stainer selbst in Eingaben darauf hingewiesen, dass er mit geistlichen und weltlichen Fürsten wie auch mit anderen hohen und gelehrten Personen Gespräche geführt und „allerorten mit genaden und gonsten angesechen worden" sei.

Dieses Ansehen hat sich bis heute bei Museen und Sammlern weltweit erhalten, Stainers Instrumente werden für die qualitativ stets herausragende handwerkliche Ausführung und die Sorgfalt bei der Materialauswahl hochgeschätzt. Zum — möglicherweise — 400. Geburtstag des Absamer Geigenbauers (seine genauen Geburts- und Sterbe­daten sind nicht bekannt) haben die beiden Stainer-Experten Benjamin Schröder und Wolfgang Zunterer rund 30 echte Stainer-Instrument­e nach Innsbruck gebracht. Einige der Instrumente, die derzeit in einer Ausstellung im Landesmuseum Ferdinandeum gezeigt werden, sind überhaupt erstmals öffentlich zu sehen — das ältest­e hat Stainer 1655 in Absam gebaut.

Die Schau unter dem Titel „Zu Gast aus aller Welt" läuft nur noch bis inklusive Sonntag. Am Freitag findet eine Spezialführung durch die Ausstellung statt, für die das Gemeindemuseum Absam den weltweit tätigen Stainer-Kenner Benjamin Schröder aus Frankfurt gewinnen konnte. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Ferdinandeu­m in der Innsbrucker Museumstraße. Anmeldungen bitte bis 27. Jun­i unter Tel. 0676/840532700. Führungsbeitrag: 2 Euro. (TT)