Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.06.2019


Musik aus Tirol

„The Vintage Retards“: Souvenir in rockiger Form

Die Tiroler Band „The Vintage Retards“ und ihre erste CD, Marke Eigenbau.

Sonnenbrillen müssen sein, schließlich ist es ja Vormittag: Andi Brunner, Hermann Ranftl, Herbert Praxmarer, Christian Häring und Reinhard Tamerl (v. l.) rocken als „The Vintage Retards“.

© Bella Steger PhotographySonnenbrillen müssen sein, schließlich ist es ja Vormittag: Andi Brunner, Hermann Ranftl, Herbert Praxmarer, Christian Häring und Reinhard Tamerl (v. l.) rocken als „The Vintage Retards“.



Innsbruck – Für gewöhnlich bringt man aus Griechenland Urlaubsfotos mit heim. Oder ein gewisses Maß an Bräun­e, je nach Hauttyp. Im Fall der Tiroler Rockband The Vintage Retards befand sich im Gepäck, das im Sommer 2018 mit großer Verspätung am Flughafen Innsbruck eintraf, Materia­l für eine CD. Die erste CD wohlgemerkt. In einer Ferienwohnung auf Kreta sind die Songs entstanden. Jetzt wurden sie bei HKP Worto­n veröffentlicht (Infos: facebook.com/thevintageretard­s).

Die erste Glitzerscheibe trägt schlicht den Bandnamen. Und die Produktion brauchte viel Zeit. „Drei Jahre haben wir daran gearbeitet“, erzählt Reinhard Tamerl. Er ist einer der beiden Lead-Gitarristen, Sänger und Songwriter, Herbert Praxmarer ist der zweite. Hermann Ranftl (Drums), Christian Häring (Bass) und Andi Brunner (Keyboards) vervollständigen das rockig­e Quintet­t, das musikalisch, aber auch an Jahren fortgeschritten ist: Der Altersdurchschnitt der Formation liegt jenseits der 40-Jahr-Marke.

Der englische Bandname The Vintage Retards klingt nach „nicht mehr ganz neu, aber handwerklich fein und im Originalzustand“. So lassen sich die Tracks des CD-Erstlings auch an. Sie erinnern an die Hoch-Zeit des Rock in den 70er-Jahren.

Das Fünfergespann hat Led Zeppelin intus und die Rollin­g Stones, an mancher Stelle blitzt Tom Petty hervor. Songs wie „Adrift in the Storm“ oder „Travelling Blues“ verbreiten knackiges Live-Feeling. Das poppig­e „Lyndhurst Alley“ hat gar das Zeug zum Ohrwurm. „Wir sind eine klassische Garagenband und haben alles selbst aufgenommen“, ist Tamerl mit dem Ergebnis des großen Bemühens zufrieden. „Es ist reine Handarbeit.“

Die CD „The Vintage Retard­s“ ist auf einschlägigen Diensten wie Spotify, Amazon oder iTunes gelistet. Der Einstieg in die kommerzielle Musikwelt ist also geglückt. Das große Geld erwartet sich die Band trotzdem nicht. Doch, so Tamerl: „Eine CD ist wie eine Visitenkarte, sie steigert den Bekanntheitsgrad.“

Eine zweite Platte ist schon in Planung, Material ist genug vorhanden. Das Nachfolgewerk soll möglichst rasch auf den Markt. Auf ein Datum legt sich Tamerl aber nicht fest. Denn er und seine Kollegen sind auch sonst viel beschäftigt, in anderen Bands, als Musiklehrer, als Solokünstler. „Drei Jahre wie bei der ersten CD dauert es eher nicht“, verspricht Tamerl. Wir werden berichten. (mark)