Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.07.2019


Osttirol

Ein letztes Mal Rhythmus bei Eastrock

In der Reggae-Szene sind die beiden Brüder Markus und Michael Lechleitner aus Lienz weltweit ein Begriff. Am Wochenende veranstalten die beiden zum zehnten und letzten Mal ihr Eastrock-Festival.

Michael und Markus Lechleitner aus Lienz sind „Iriepathie“. Ihr Eastrock-Festival findet am kommenden Wochenende zum letzten Mal statt.

© Oliver TopfMichael und Markus Lechleitner aus Lienz sind „Iriepathie“. Ihr Eastrock-Festival findet am kommenden Wochenende zum letzten Mal statt.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Die Brüder Markus und Michael Lechleitner muss man in ihrer Heimatstadt niemandem vorstellen. Seit ihrer Jugend begeistern sich die beiden für Musik. „Ich habe mit 16 Jahren meine ersten Veranstaltungen durchgeführt, bin also schon 20 Jahre im Geschäft“, erklärt Michael im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

Gemeinsam haben die Brüder die Reggae-Band Iriepathie gegründet. Spätestens seit sie im Jahr 2006 mit dem größten österreichischen Musikpreis Amadeus ausgezeichnet worden waren, sind die beiden Osttiroler auch über die Landesgrenzen hinaus ein Begriff. „Nach dem Amadeus-Award haben wir ein großes Open Air gegeben, das sofort ausverkauft war“, erinnert sich Michael. Das war für die beiden Motivation, in ihrer Heimatstadt Lienz ein eigenes Reggae-Festival zu veranstalten: Eastrock war geboren. Vom 19. bis zum 20. Juli stehen auch heuer wieder Größen der Szene in Lienz auf der Bühne: GReeeN, Anthony B, Jahcoustix, Uwe Kaa, Lance Butters, Mal Élevé und andere mehr. Mit GReeeN und Anthony B sind Iriepathie erst letzte Woche beim Summerjam in Köln, einem der größten Reggae-Festivals in Europa, auf der Bühne gestanden. 50.000 Zuschauer zählten die Veranstalter dort.

„Wir haben in den letzten zehn Jahren bekannte Künstler nach Lienz gebracht, die auch die Wiener Stadthalle zweimal hintereinander ausverkaufen – so etwas schaffen ja nicht viele Musiker“, ist Lechleitner auch ein wenig stolz. Zugleich geht an diesem Wochenende eine Ära zu Ende: Das zehnte wird zugleich das letzte Eastrock-Festival sein. „Umso mehr ein Grund, noch einmal mit tollen Acts aus der Reggae- und Hiphop-Szene positive Vibes zu verbreiten“, sagt der Initiator.

Angefangen hat Eastrock mit einem Veranstaltungstag. Bald wurden daraus zwei. Und weil etwa die Hälfte der Konzertbesucher aus dem Ausland anreist, war von Anfang an Camping fester Bestandteil von Eastrock. „Wir haben ein buntes Publikum. Familien mit Kindern feiern genauso mit wie Siebzigjährige“, zeigt sich Lechleitner über die Bandbreite erfreut.

Veranstaltungsort ist wieder das Areal vor der RGO-Arena. „Im RGO-Geschäftsführer Thomas Diemling haben wir einen Ansprechpartner, der unser Festival uneingeschränkt unterstützt“, betont der Organisator, dass Rückhalt in der Region wichtig ist.

„Wir wollten mit Eastrock von Anfang an etwas an unsere Heimatstadt zurückgeben“, erklärt Lechleitner ein wesentliches Motiv, warum die beiden Wahlwiener trotz mancher Widrigkeiten zehn Jahre lang ihr Festival veranstaltet haben. „Hier sind wir aufgewachsen. Hier hat alles angefangen.“ Die Eltern leben nach wie vor in Lienz. Eastrock sei also auch immer ein guter Grund gewesen, heim zur Familie zu fahren. „Wien ist schon lange unsere zweite Heimat“, erläutert der Künstler. „Wir haben viel zu tun und sind selbst als Band viel unterwegs. Wenn ich nach Lienz fahre, fahre ich heim. So ist es auch mit Wien.“ Mit Irievibrations betreiben die Brüder dort ein erfolgreiches Plattenlabel, das etliche Musiker betreut. Markus Lechleitner fungiert auch als Produzent.




Kommentieren


Schlagworte