Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 31.07.2019


Hall

Haller Burgsommer zog über 7200 Besucher an

Vom Circo Paniko über Conchita bis zu den Haller Gassenspielen bot die elfte Auflage große Vielfalt. Nächste Kultur-Highlights in Hall stehen an.

Auch wenn der Vorverkauf letztlich hinter den Erwartungen zurückblieb, sei der Abend künstlerisch „ein voller Erfolg“ gewesen, bilanziert Burgsommer-Initiator StR Hans Tusch.

© BurgsommerAuch wenn der Vorverkauf letztlich hinter den Erwartungen zurückblieb, sei der Abend künstlerisch „ein voller Erfolg“ gewesen, bilanziert Burgsommer-Initiator StR Hans Tusch.



Hall – Nicht weniger als 34 Veranstaltungstage rund um die Burg Hasegg, eine Gesamtzuschauerzahl von über 7200 Besuchern – und damit gegenüber dem Vorjahr erneut eine Steigerung: Hans Tusch, Haller Kulturstadtrat und Gründungsmitglied des „Vereins zur Förderung der Kultur in der Burg Hasegg“, zieht zufrieden Bilanz über die elfte Auflage des Burgsommers Hall.

Finanziell werde diesmal am Ende ein kleines Minus stehen, merkt Tusch an, das allerdings „zu verkraften“ sei. Hintergrund sei nicht das Wetter – da habe man insgesamt großes Glück gehabt –, sondern eher die zwei verlängerten Wochenenden während der Burgsommer-Zeit, die man „unterschätzt“ habe. Bei Conchita, dem Stargast des heurigen Sommers, sei man als Veranstalter „mit einem blauen Auge davongekommen“. Nachdem der Vorverkauf hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, wurde das Konzert vom Hofratsgarten in den kleineren Burghof verlegt, „um Kosten zu minimieren“. Künstlerisch sei der Auftritt aber ein voller Erfolg gewesen, betont Tusch: Die rund 600 Besucher seien ebenso begeistert gewesen wie der Künstler selbst – der in Hall übrigens schon einen Vorgeschmack auf seine neue Bühnenfigur „Wurst“ gab.

Conchita – samt neuer Bühnenpersönlichkeit „Wurst“ – war der Stargast beim heurigen Haller Burgsommer.
Conchita – samt neuer Bühnenpersönlichkeit „Wurst“ – war der Stargast beim heurigen Haller Burgsommer.
- Burgsommer

Für euphorische Publikumsreaktionen sorgte das Gastspiel des „Circo Paniko“: Das Kulturlabor Stromboli, das heuer sein 30-Jahr-Jubiläum begeht, hatte den zeitgenössischen alternativen Zirkus aus Bologna nach Hall geholt und über die Plattform des Burgsommers im Hofratsgarten präsentiert. „Ziel wäre es, den Zirkus 2020 wieder nach Hall zu bringen“, sagt Tusch. Große Erfolge feierten auch die Haller Gassenspiele mit der sozialkritischen Komödie „Bürger Schippel“.

Insgesamt habe der Mix aus international gefragten Künstlern und vielen Gruppen mit Hall-Bezug erneut funktioniert, meint Tusch. Das gelte auch für die Kooperation mit den Haller Vereinen, die den Ausschank übernahmen. Die erstmalige Ausrichtung als „Green Event“ habe sich ebenfalls bewährt: „Es gab deutlich weniger Abfall.“

Die Vorarbeiten für den Burgsommer 2020 laufen längst, das Programm für 2020 steht laut Tusch schon „zu 80 Prozent“ – erste bekannte Namen will er bald bekannt geben.

Als Kulturstadtrat denkt Tusch indes schon an 20. bis 22. September 2019: Da geht in und um die Altstadt das dreitägige Mittelalterfest „max@hall.1499“ in Szene, eine spektakuläre Darstellung des Lagerlebens zur Zeit von Maximilian I. und Florian Ritter von Waldauf – mit Landsknechten, Armbrustschützen, Gauklern, Handwerkern, Markttreibern und mehr.

Auch im Haller Stadtmuseum – wo derzeit die hochkarätige Sonderschau „Florian Waldauf. Eine Karriere unter Maximilian I.“ läuft – steht schon das nächste Highlight bevor: Ab Mitte November widmet sich eine Ausstellung (gemeinsam mit Brenner-Archiv und Stromboli) dem Leben des großen Hallers Otto Grünmandl und seiner jüdischen Vorfahren. (md)