Letztes Update am Do, 01.08.2019 20:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


LGBTIQ

Zeichen gegen Homophobie: Rammstein-Gitarristen küssten sich

Bei einem Konzert in Moskau küssten sich die Rammstein-Gitarristen Richard Z. Kruspe und Paul Landers auf der Bühne. Anschließend veröffentlichte die Band das Foto der Szene auf Instagram.

Die Rammstein-Gitarristen küssen sich ausgerechnet bei einem Konzert in Moskau und setzten damit ein klares Zeichen gegen Homophobie.

© instagram.com/rammsteinofficialDie Rammstein-Gitarristen küssen sich ausgerechnet bei einem Konzert in Moskau und setzten damit ein klares Zeichen gegen Homophobie.



Moskau — Rammstein-Songs sind selten eindeutig. Videos sind gern mal zwielichtig. Die Interpretationsspielräume, das martialische Auftreten in Videos und auf der Bühne, haben einer der weltweit erfolgreichsten deutschen Bands oft den Vorwurf eingebracht, sehr weit am rechten Rand zu spielen.

Anscheinend positioniert sich die Band aber nun eher auf der anderen Seite. Auf der Osteuropa-Tour zeigte Rammstein bereits mehrmals Flagge und setzte sich gegen die Diskriminierung der LGBTIQ-Community ein (LGBTIQ ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intersexuell, queer). Gleichgeschlechtliche Lebensformen sind in Polen und Russland weitgehend tabuisiert, Homosexuelle werden in beiden Ländern immer wieder drangsaliert.

Bei einem Auftritt im polnischen Chorzow schwang Rammstein-Schlagzeuger Christoph Schneider (53) die Regenbohnenfahne für Akzeptanz der Vielfalt von Lebensformen, als sich die Bandmitglieder während des Konzerts in Schlauchbooten von ihren Fans über die Menge zur Bühne tragen ließen.

Bei ihrem Auftritt in der Dynamo-Arena in Moskau legte die Gruppe dann noch eins drauf: Die Gitarristen Richard Z. Kruspe und Paul Landers küssten sich während der Show auf der Bühne. Anschließend veröffentlichte die Band das Foto der Szene mit den Worten "Russland, wir lieben dich!" auf Instagram.

Rammstein sind derzeit mit ihrem siebten Studioalbum im Gepäck auf Tour. Nach zehn Jahren ohne neues Album haben die Musiker Ende März das "Deutschland"-Video mit einer sofort von Protesten begleiteten Provokation angekündigt: In der kurzen Sequenz, die im kompletten Video kaum noch eine Rolle spielt, sind Mitglieder der Band in Kleidung zu sehen, die an die von KZ-Häftlingen erinnert. (TT.com, APA)