Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.09.2019


Musik

Manu Delago: Beseelte Sounds, hellwache Melodien

Vom Land Tirol wird Manu Delago im Oktober geehrt, schon am Dienstag startet seine neue Tour.

Tourauftakt mit Ensemble: Am Dienstag, 24. September stellt Delago „Circadian“ in Innsbruck vor

© StrasseggerTourauftakt mit Ensemble: Am Dienstag, 24. September stellt Delago „Circadian“ in Innsbruck vor



Innsbruck – Vom 3000er zurück in die warme Stube: Nachdem Ausnahmemusiker Manu Delago für „Parasol Peak“ 2017 mit sechs Musikern einen Alpengipfel erklommen hatte, um dort zu performen, zog er sich für sein neues, vor Kurzem erschienenes Album „Circadian“ zuhause zurück. Um „Musik für die Konzerthäuser“ zu machen, wie Delago im Gespräch mit der TT verrät.

Vergangenen Winter, nach ausgedehntem Touren, fand Manu Delago in den Ruhepausen zum neuen Album. Und davon erzählt „Circadian“ auch, vom Zur-Ruhe-Kommen sowie vom schöpferischen Potenzial im Nichtstun. Die sieben neuen Songs lassen sich als akustische Reise zwischen den Schlafphasen verstehen, die dem Schlaf-Wach-Rhythmus (siehe „circadianer Rhythmus“) folgend changieren zwischen beseelten Soundkulissen und hellwachen Melodien. Delago schart für „Circadian“ das bisher größte Ensemble um sich: insgesamt acht Musiker, ein „kleines Orchester“, allesamt geschätzte Kollegen; darunter etwa Clemens Rofner und Chris Norz (aus der Tiroler Formation Hi5).

Gemeinsam entstanden ist ein moderner, von zeitgenössischer, elektronischer Musik inspirierter Longplayer, der aber handgemacht ist, sprich ohne Electronics auskommt. Für Delago ist das nach mehreren Alben mit elektronischem Unterbau ein Schritt zurück zur analogen Musik, zu alten Spielweisen und traditionellen Instrumenten aus aller Welt – die neu interpretiert werden. Auf die „Handpan“ verzichtet Delago nicht, der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf der Percussion.

„Circadian“ bestätigt Delago in seiner musikalischen Handschrift, plumpe Wiederholungen gibt es deshalb nicht: Tracks wie das titelgebende „Circadian“ oder „Uranus“ schöpfen aus Jazz, Lounge und Weltmusik. Zentral steht das atmosphärische „The Silent Flight Of The Owl“ – weil sich darin Delagos Anspruch wiederfindet: Neue Musik muss nicht gleich Überforderung bedeuten.

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In Genres denkt der Tiroler übrigens längst nicht mehr, die Wertschätzung, die ihm aus unterschiedlichen Richtungen entgegenströmt, ehrt ihn dennoch besonders: Neben der Grammy-Nominierung im Bereich Weltmusik (für „Land Of Gold“, mit der Sitarspielerin Anoushka Shankar) sahnte Delago 2018 den Jazzpreis der Stadt Innsbruck ab. Am 21. Oktober wird ihm der Preis des Landes Tirol für Zeitgenössische Musik zugedacht. (bunt)

Weltmusik Manu Delago: Circadian. One Little Indian. Live: 24.9. und 14.10. im Treibhaus.