Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.10.2019


Bezirk Landeck

Tiroler Urgestein der Volksmusik feiert 80er

Mit verschiedensten Formationen sorgt Gustl Retschitzegger mit Posaune, Flügelhorn oder Euphonium seit Jahrzehnten im gesamten Alpenraum für beste Stimmung und pflegt ein traditionelles Kulturgut wie kaum ein Zweiter.

Gustl Retschitzegger in den Bergen – dort, wo Volksmusik am schönsten klingt.

© HauserGustl Retschitzegger in den Bergen – dort, wo Volksmusik am schönsten klingt.



Schönwies – So etwas wie Langeweile kennt der in Schönwies lebende und weit­um bekannte Volksmusikant Gustl Retschitzegger nicht. Nach einem erfüllten Berufsleben bei der Post bedeutete für ihn der Antritt der Pension vor 20 Jahren alles andere als einen Übertritt in den Ruhestand. Er konnte sich vor allem seiner geliebten Volksmusik widmen.

Mit verschiedensten Formationen sorgt er mit Posaune, Flügelhorn oder Euphonium seit Jahrzehnten im gesamten Alpenraum für beste Stimmung und pflegt ein traditionelles Kulturgut wie kaum ein Zweiter.

Dass er seine Musikalität an seine Kinder weitergeben durfte, freut ihn ganz besonders. Gustl junior spielt Flügelhorn, die Töchter Danica und Manuela Harfe bzw. Osttiroler Hackbrett.

Auf 16 Langspielplatten, 17 CDs und acht Singles hat Gustl rund 400 Volksmusikstücke verewigt. Eingespielt hat er die Werke mit Gruppen wie Die Silberspitzler, Alpenvagabunden, Original Tiroler Spitzbuam, Tiroler Wirtshausmusi, Flügelhornduo Retschitzegger und vielen anderen. Eine Herzenssache ist ihm aber auch das Texten: „Nicht nur das Ausdenken schöner Melodien erfüllt mich, sondern ganz besonders auch das Texten.“ Bekannte Formationen wie die Alpenoberkrainer oder die Steiner Oberkrainer verließen sich auf den Gustl als Texteschreiber. Auf seine Frau Ilse ist er besonders stolz: „Ohne Mama geht gar nichts.“ Als begeisterte Volksmusikfreundin ist sie bei den Proben dabei, um ihre Musikanten mit einer Marend zu verköstigen.

Die Konzertreisen und Auftritte im Alpenraum wollen organisiert sein. Managerin Ilse zeigt(e) sich verantwortlich für die Termine ebenso wie für die Trachtenkleider. Zum „80er“, der am 18. Oktober ansteht, hat sich Gustl einen lang ersehnten Wunsch erfüllt. Der war natürlich mit jener Arbeit verbunden, die er am liebsten tut, dem Musizieren. Eine Weihnachts-CD sollte es sein. Vorgestellt wird der Tonträger am 1. Dezember in Schlitters und am 7. Dezember ab 19 Uhr im Zammer Postgasthof Gemse. Apropos Gemse: Das Lied zu den Kaspressknödeln von Gemse-Wirt Seppl Haueis bei der TV-Sendung „So isst Österreich“ stammt ebenfalls von Gustl Retschitzegger. (hau)