Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.10.2019


Innsbruck

Traditionelle Volksmusik als Gegenpol zu YouTube in Innsbruck

Unter dem Motto „Volksmusik erobert die Stadt“ treten jedes Jahr Volksmusikgruppen aus dem alpenländischen Raum in Innsbruck auf.

Junge Musikanten im Herzen der Innsbrucker Altstadt.

© Tiroler VolksmusikvereinJunge Musikanten im Herzen der Innsbrucker Altstadt.



Von Viktoria Gstir

Innsbruck – Zwischen dem 18. und 22. Oktober ertönen bei „Aufg’horcht“ in der Innsbrucker Altstadt wieder volksmusikalische Klänge. Zu hören sind Musikanten aus Tirol, Bayern, der Schweiz, Südtirol, Kärnten und Niederösterreich. Die heimische Musik wird über die Grenzen Tirols hinaus immer beliebter – das merkt man vor allem am jungen Publikum.

„Junge Menschen suchen vermehrt das Ursprüngliche, als Gegenbewegung zu Youtube und digitaler Vernetzung“, betont Peter Margreiter, Obmann des Tiroler Volksmusikvereins. Seit zirka sechs Jahren sei ein enormes Interesse zu bemerken. In Innsbruck gelingt es, die städtische sowie die ländliche Bevölkerung anzusprechen. Im Herzen der Alpen wird die traditionelle Tiroler „Musig“ auf diese Weise attraktiver und zugänglicher gemacht. Die Stadt funktioniere wie eine Gegenbewegung zum derzeit herrschenden Schlagerboom und könne sich ihre touristische Ausrichtung zu Nutze machen. Zudem sei dadurch auch die Tracht wieder en vogue – und das auch ohne die allseits beherrschenden Oktoberfeste.

Für Tirol sei es wichtig, sich auf die Wurzeln zu besinnen und die Volkmusik zu pflegen, erklärt Margreiter. Die Kultur Tirols müsse besonders geschützt werden, vor allem im Bereich des Schützenwesens genieße man hier ein Alleinstellungsmerkmal. Ein weiteres Mittel, um die traditionelle Musik zu fördern, ist der alle zwei Jahre stattfindende Herma-Haselsteiner-Preis. Er wird für Darbietungen verliehen, die in besonderer Weise der alpenländischen Volksmusik entsprechen. Dieser Preis ist mit jeweils 8000 Euro dotiert und kann in acht Wertungsgruppen verliehen werden.

Das Programm von „Aufg’horcht“ glänzt nicht nur musikalisch, sondern auch kulinarisch. An diesen drei Tagen kann an den schönsten Plätzen Innsbrucks, wie im Innenhof des Stadtturms, am Domplatz, oder direkt vor dem Goldenen Dachl, gelauscht und geschlemmt werden. Ein besonderes „Schmankerl“ wird am Sonntag für alle Liebhaber des Frühschoppens präsentiert. Ab 11 Uhr Vormittag lässt man das Herz der Volksmusik-Fans höherschlagen. Das Publikum kann sich über sechs Stunden pure Volksmusik freuen – und das live.