Letztes Update am Do, 17.10.2019 13:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Musik aus Tirol

„Stau“ und „Addicted“: Zwei Tiroler Bands wollen mit Debütsingles durchstarten

Bei den einen geht es um das enorme Verkehrsaufkommen im Außerfern, bei den anderen um die Abhängigkeit im größten Verliebtsein. Unterschiedlicher könnten die im Oktober auf YouTube veröffentlichten Musikvideos an Aufmachung, Inhalt und Stil nicht sein. Die Liebe zur Musik und das Ziel Reichweite zu lukrieren, haben die beiden Tiroler Bands “diSKAvery“ und “Lost in Tears“ aber gemein.

Mit "Stau" traf "diSKAvery" den Nerv der Außerferner.

© Screenshot/YouTubeMit "Stau" traf "diSKAvery" den Nerv der Außerferner.



Von Vanessa Grill

Innsbruck - Als "Hymne fürs Außerfern" wurde die am 4. Oktober diesen Jahres auf YouTube veröffentlichte Debütsingle "Stau" von Einheimischen bereits bezeichnet, erzählt Tobias Berktold, Frontmann der Band diSKAvery im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung Online. "Du steahsch durchs Tal und kummsch nit weg" heißt es da etwa und "Des ganze Jahr der gleiche Scheiß: Stau, Stau, Stau". "Das ist ein Thema, das die Außerferner betrifft - mittlerweile schon jedes Wochenende", sagt Berktold.

Seit 2012 macht die achtköpfige Band Musik, spielt auf Festivals und Festen im Bezirk Reutte und nahm am Bandcontests in München teil. Bisher allerdings mit gecoverten Songs.

Die Bandmitglieder im Alter zwischen 25 und 34 stammen alle aus dem Außerfern, das rege Verkehrsaufkommen in ihrem Heimatbezirk hat sie vor etwa einem Jahr auf die Idee gebracht, die Problematik musikalisch aufzubereiten. "'Stau' stammt ursprünglich aus der Feder unseres Posaunisten Benjamin Ziernhöld. Zu dritt haben wird dann noch daran herumgefeilt", erklärt Berktold. Auch das Video entstand in Eigenregie - mit Hilfe von Freunden. Das Geld für die Aufnahme im Tonstudio hat die Truppe durch Auftritte eingespielt.

"diSKAvery" ist eine achtköpfige Band aus dem Außerfern, die bisher hauptsächlich gecoverte Songs zum Besten gab. Das soll sich nun ändern.
"diSKAvery" ist eine achtköpfige Band aus dem Außerfern, die bisher hauptsächlich gecoverte Songs zum Besten gab. Das soll sich nun ändern.
- Rolf Marke

Die Resonanz auf ihre Debütsingle war durchwegs positiv. "Die Leute sagen, wir sprechen ihnen aus der Seele", so Berktold. Die Jungs wollen nun mit Eigenkompositionen weitermachen. An einem neuen Song werde bereits geschrieben, verrät der Sänger, "wir wollen auf keinen Fall ein One-Hit-Wonder werden."

Auch Lost in Tears, zwei Tirolerinnen, die sich erst im Juli zusammengetan haben, möchten, dass man mit ihrer Single "Addicted" das erste, nicht aber das letzte Mal von ihnen hört. Magdalena Astl aus der Wildschönau und Lara Hintner aus Angerberg haben das gesamte Projekt beinahe im Alleingang auf die Beine gestellt. Die zwei kannten sich seit Jahren vom Sehen, sind sie doch im selben Theaterverein. Im Juli nahmen beide dann an der WCOPA (Worldchampionsship of Performing Arts) in Los Angeles teil. Dort beschlossen die 18-jährigen Tirolerinnen sich zusammenzutun. Die Idee wurde rasch umgesetzt.

Zurück in Tirol trafen sich die jungen Frauen ein paar Mal. "Lara lieferte den Text und eine Melodie. Gemeinsam haben wir die Akkorde geändert und sie für zwei Stimmen umgeschrieben", erzählt Magdalena Astl. Im September ging es dann für die Mädels bereits ins Tonstudio. Lara hatte zum Geburtstag einen Gutschein für eine Tonaufnahme geschenkt bekommen. "Das war ein Glück ", freut sich die Studentin, "wir schreiben beide schon lange Lieder, haben aber beide unabhängig voneinander bisher nie etwas konkret umgesetzt. Dieses Mal wollten wir gemeinsam ein Projekt zu Ende bringen."

Die Tirolerinnen Magdalena Astl (li.) und Lara Hintner sind gemeinsam das musikalische Duo "Lost in Tears".
Die Tirolerinnen Magdalena Astl (li.) und Lara Hintner sind gemeinsam das musikalische Duo "Lost in Tears".
- Lost in Tears

Da beide Musikerinnen nebenher auch schauspielern, konnte auch das Video mit Hilfe von Freunden aus dem Theaterverein schnell umgesetzt werden. Am 11. Oktober wurde "Addicted" schließlich auf YouTube veröffentlicht. "Im Song geht es um die Abhängigkeit, in die man sich in der Verliebtheit unfreiwillig begibt. Man will den anderen 'süchtig' nach einem machen und ist dabei selbst schon vollkommen verloren", erklärt Astl. Diese verzwickte Situation soll aber nicht das einzige Thema bleiben, dem sich die Tirolerinnen musikalisch widmen. Der nächste Song ist bereits in Arbeit.