Letztes Update am Mi, 23.10.2019 23:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


1936 — 2019

Deutscher Komponist und Dirigent Hans Zender 82-jährig gestorben



Der deutsche Dirigent und Komponist Hans Zender ist in der vergangenen Nacht 82-jährig verstorben. Das meldet das Klangforum Wien, das seit seiner Gründung im Jahr 1985 dem Künstler „in tiefer Freundschaft verbunden“ war, wie es am Mittwochabend gegenüber der APA hieß.

Die Nachricht habe das Ensemble „mitten in den Proben für Hans Zenders komponierte Interpretation von Ludwig van Beethovens Diabelli-Variationen, ‚33 Veränderungen über 33 Veränderungen für großes Ensemble‘, die das Klangforum Wien am 26. Oktober im Rahmen seines Projekts ‚Happiness Machine‘ im Wiener Konzerthaus aufführen wird“, erreicht. „Hans Zender war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten seiner Generation, er war zugleich einer der herausragenden Dirigenten und Orchesterleiter und der wohl fruchtbarste und tiefste Musikdenker und -schriftsteller seiner Zeit“, so Klangforum-Intendant Sven Hartberger. „Das Klangforum Wien würdigt Hans Zender als einen außergewöhnlichen Menschen, der sich zeitlebens rastlos bemüht hat, seine vielen Begabungen mit großer Offenheit und unermüdlichem Arbeitseinsatz zu Blüte und Frucht zu bringen.“

Hans Zender wurde am 22. November 1936 in Wiesbaden geboren. Er studierte Komposition, Klavier und Dirigieren und bekleidete in der Folge zahlreiche Positionen im deutschen Musikleben. So war er u.a. etwa Chefdirigent der Oper Bonn und des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, Generalmusikdirektor in Kiel und an der Hamburgischen Staatsoper sowie Professor für Komposition an der Frankfurter Musikhochschule. Zender galt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten in Deutschland, der die vielfältigsten Einflüsse in seinem Werk verarbeitete. „Besonders die beiden zuletzt erschienenen Bücher ‚Waches Hören. Über Musik‘ (2014) und ‚Denken hören - Hören denken‘ (2016) zeigen den Autor in der außerordentlichen philosophischen Verdichtung seines Wissens auf dem Gipfel seiner universalistischen Weltbetrachtung“, hebt Hartberger die tiefe theoretische Auseinandersetzung Zenders mit der Musik hervor. (APA)




Kommentieren


Schlagworte


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Williams' wilde Zeiten, in denen er Erfolge wie diese „mit Kokain und Stripperinnen“ gefeiert habe, liegen hinter ihm.Musik
Musik

Robbie Williams holt Rekordhalter Elvis bei Nummer-1-Alben ein

Mit seinem Weihnachtsalbum klettert Williams an die Spitze der britischen Charts. Zum 13. Mal gelingt ihm das mit einem Soloalbum – genau so oft wie einst El ...

Sopranistin Hila Baggio zeigte sich als großartige Interpretin im feinen Zusammenwirken mit dem „Jerusalem Quartet“.Kammerkonzert
Kammerkonzert

Hila Baggio im Haus der Musik: Aufregend, sinnlich, prickelnd

Das „Jerusalem Quartet“ und Sopranistin Hila Baggio beim 3. Kammerkonzert.

events
Olga Neuwirth ist die erste Frau, von der ein Stück an der Wiener Staatsoper uraufgeführt wird.Musik
Musik

Atemlos durch die Jahrhunderte

Hochspannung an der Wiener Staatsoper: Mit Olga Neuwirths „Orlando“ geht am Sonntag eine „Opera-Performance“ der Superlative an den Start.

events
Experimentelle Kultur im Haus der Musik in Innsbruck: eine Performance beim „Heart of Noise“-Festival 2019.Exklusiv
Exklusiv

Unverhoffte Geldspritze für „Heart of Noise“, aber das Budget bleibt eng

Das „Heart of Noise“-Festival wird heute in Wien als beste Kulturinitiative ausgezeichnet, muss sich finanziell aber nach der Decke strecken.

Video
Video

James Hersey aus Gmunden: Der Popstar, den kaum jemand kennt

Seine Songs kennt fast jeder – sie werden im Internet millionenfach geklickt und haben es sogar über den großen Teich geschafft. Doch wer hinter Hits wie „Mi ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »