Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 21.11.2019


Osttirol

Verklungen, aber nicht vergessen

Der Musikbezirk Lienzer Talboden hat zu seinem 70-Jahr-Jubiläum die zehnbändige Chronik des Verbandes online veröffentlicht.

Bezirkskapellmeister Roman Possenig, Chronist Klaus Köck und Obmann Stefan Klocker (v. l.) haben die Chronik online stellen lassen.

© Jakob KlockerBezirkskapellmeister Roman Possenig, Chronist Klaus Köck und Obmann Stefan Klocker (v. l.) haben die Chronik online stellen lassen.



Von Christoph Blassnig

Lienz – 70 Jahre reicht die Geschichte des Musikbezirkes Lienzer Talboden zurück. 15 Musikkapellen aus Gemeinden von Assling, Schlaiten bis nach Nikolsdorf bilden heute den Verband, und auch die Bläserphilharmonie Osttirol zählt zum Musikbezirk.

Klaus Köck, der heuer seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, führt seit Jahrzehnten die Chronik. Sein Vorgänger Walter Unterweger hatte am 6. Oktober 1992 einen ersten Ordner mit der Zusammenfassung der Jahre von 1949 bis 1992 übergeben. Zehn prachtvolle Bände mit aktuell 1630 Seiten dokumentieren inzwischen in Bildern, Zeitungsausschnitten und handschriftlichen Eintragungen die Entwicklungen vergangener Zeiten. „Aufgabe und Ziel einer Chronik ist das Festhalten des jährlichen Geschehens mit all seiner Vielfalt in Schrift und Bild“, schrieb Köck an den Beginn des zweiten Bandes. „Die Chronik soll ein Garant dafür sein, dass dieses Geschehen auch in aller Zukunft nicht in Vergessenheit geraten kann.“

Diesem Ziel sei man bis heute verpflichtet, erklärt Stefan Klocker, Obmann des Musikbezirkes. Zum 70-Jahr-Jubiläum hat der Verband von einem spezialisierten Unternehmen in Innsbruck die aufwändige Digitalisierung der gesamten Chronik vornehmen lassen. Die vorliegenden Daten wurden in ein Online-Archiv übertragen, das im Zuge eines Festaktes in der Raiffeisenbank Lienz präsentiert wurde. Drei Wochen lang zeigt außerdem eine Ausstellung im Schalterraum Wissenswertes zu den Kapellen und dem Verband.

Auf der Internetseite musikbezirk-lienzer-talboden.at kann man nicht nur jederzeit alle zehn Chronikbände Seite für Seite durchforschen, es gibt auch eine Suchfunktion zum schnellen Auffinden von Suchbegriffen im Gesamtwerk.

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„Den Wert einer Chronik erfassen wir nicht in der Gegenwart“, erklärte Köck bei der feierlichen Ausstellungseröffnung. „Ihr Wert wird erst mit der Zeit erkennbar.“ Der Chronist führt seine Aufgabe für den Verband weiter fort.




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