Letztes Update am Mi, 06.11.2013 17:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Britin gewann Internationalen Barock-Gesangswettbewerb

Die britische Mezzosopranistin Emilie Renard gewann den mit Euro 4000 dotierten 1. Preis des Wettbewerbs und den Publikumspreis (Euro 1000). Platz zwei ging an die Niederösterreicherin Christian Gansch.

© Michael ObexDie britische Mezzosopranistin Emilie Renard überzeugte die Jury.



Von Ursula Strohal

Innsbruck – Es ist wirklich ein spannender Abend, wenn jährlich im Konservatoriumssaal der Internationale Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti in die Endrunde geht. Den 4. Bewerb gewann Freitagnacht die 29-jährige Mezzosopranistin Emilie Renard aus Großbritannien, der die Zuhörer auch den Publikumspreis verliehen. Nach ihrem Sieg wiederholte sie die Arie „Qual tigre o qual Megera“ aus Händels Oper „Teseo“. Der Siegerpreis ist mit 4000 Euro, der Publikumspreis mit 1000 Euro dotiert. Der zweite Hauptpreis (3000 Euro) ging an die 23-jährige österreichische Sopranistin Christina Gansch, der auch der Atle-Vestersjo-Nachwuchspreis (1500 €) zuerkannt wurde, der dritte Hauptpreis (2000 €) ging an den 31-jährigen Tenor Fernando Guimaraes aus Portugal.

Jährlich werden auch Engagements verbunden. Sebastian F. Schwarz, Casting-Direktor am Theater an der Wien und Juryvorsitzender, vergab diesmal zwei Engagements an sein Haus, an Renard und Guimaraes. Ein Konzertengagement bei den „Resonanzen“ im Wiener Konzerthaus ging an Gansch, ans Theater Heidelberg darf der 24-jährige US-Countertenor Kangmin Justin Kim. Die Entscheidung von den Musikfestspielen Potsdam steht noch aus. Aus den heurigen Teilnehmern am Cesti-Wettbewerb wird Festwochen-Leiter Alessandro De Marchi die Besetzung für Cestis „L’Orontea“ 2014 zusammenstellen.

Mit vollem Einsatz in den Dienst der Finalisten stellte sich das Jugendorchester der Academia Montis Regalis unter der vorzüglichen Leitung von Joseph McHardy. Aus 184 Bewerbern konnten sich heuer 125 junge Sängerinnen und Sänger aus 34 Nationen für die Hauptrunden in Innsbruck qualifizieren, 85 reisten an, 11 erreichten das Finale. Außer De Marchi und Schwarz waren heuer in der Jury des noch immer weltweit einzigen Gesangswettbewerbs für Barockoper vertreten: KS Axel Köhler (Intendant Oper Halle, Regisseur), Eitan Sorek (Artist Manager), Rinaldo Alessandrini (Dirigent, Cembalist), Heribert Germeshausen (Operndirektor Theater und Orchester Heidelberg und Künstlerischer Leiter Winterfestival Schwetzingen), Renaud Loranger (Executive Producer, Artists & Repertoire, Deutsche Grammophon) und Nora Schmid (Chefdramaturgin Semperoper Dresden und designierte Intendantin der Oper Graz).

Das Niveau der jungen Sängerinnen und Sänger war erwartungsgemäß hoch mit einigen herausragenden Leistungen. Auffallend, dass vier Countertenöre das Finale erreichten, auffallend aber auch, dass nur der jüngste ein Engagement einheimste und die drei reiferen, qualitativ superb, leer ausgingen. Musikinteressierte konnten das von Christa Redik und Erik Leidal moderierte Finale via Live-Streaming über die Festwochen-Website mitverfolgen.




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