Letztes Update am Sa, 10.05.2014 15:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Song Contest

Tiroler beim ESC: „So eine Gänsehaut hatte ich noch nie“

Mittendrin statt nur dabei: Simon Naschberger ist als Volontär beim Song Contest in Kopenhagen live vor Ort. Der 20-jährige Tiroler schildert für TT Online die Stimmung vor dem großen Finale.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Volontär, hatte der 20-jährige Tiroler auch die Chance, Conchita Wurst persönlich zu treffen.

© NaschbergerIm Rahmen seiner Tätigkeit als Volontär, hatte der 20-jährige Tiroler auch die Chance, Conchita Wurst persönlich zu treffen.



Kopenhagen - Nordic Walking mal anders. Seit zwei Wochen macht der Sistranser Simon Naschberger den Norden Europas unsicher. In Dänemarks Hauptstadt, Kopenhagen, ist er einer von hunderten freiwilligen Mitarbeitern beim Eurovision Song Contest. „Ein Traum der in Erfüllung geht“, wie der 20-Jährige im Gespräch mit TT Online gesteht. Seit 1999 verfolgt er den ESC jedes Jahr. Aber noch nie war er von Österreich so angetan. „Normalerweise bin ich nur bei Wintersportevents so stolz auf mein Land“, zeigt er sich begeistert. „So eine krasse Gänsehaut, wie beim Halbfinale hatte ich noch nie. Der Österreich-Support ist unglaublich!“

Die Wurst-Euphorie in Kopenhagen ist laut dem Tiroler wirklich grenzenlos. Im Pressezentrum, wo der 20-Jährige arbeitet, steht Conchita im Journalisten-Voting auf Platz eins. Heute morgen herrschte dort noch die Ruhe vor dem Sturm. „JoinUs“-Flaggen und große Plakate prägen hingegen das Stadtbild. „Es herrscht 100% ESC. Da existiert nichts anderes mehr.“

Normalerweise bin ich nur bei Wintersportevents so stolz auf mein Land“
Simon Naschberger

Am Nachmittag, so prophezeit Naschberger, wird mit einem riesigen Ansturm gerechnet. Außerdem muss er sich um Vorbereitungen für Interviews und Pressekonferenzen kümmern. „Vor allem bei Conchita ist immer die Hölle los. Heute wahrscheinlich noch mehr. Die Presse liebt sie heiß, das ist Wahnsinn!“ Auch in den lokalen dänischen Medien lächelt sie heute aus den Zeitungen. Bemerkenswert sei vor allem, dass Conchita seit ihrem Auftritt im zweiten Halbfinale wirklich jeden von sich überzeugt hat. „Sogar Kritiker sehen sie in den Top drei. Die Stimmung „Pro Conchita“ nimmt zu“.

„Das wird ein mega Showdown“

Persönlich prognostiziert der 20-Jährige ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Österreich und den Niederlanden. „Das wird ein mega Showdown“, fiebert der eingefleischte ESC-Fan dem Finale entgegen. Im Endeffekt, so glaubt er, wird jedoch das Musiker-Duo aus den Niederlanden mit „Calm After The Storm“ die Nase knapp vorne haben. Der große Verlierer wird seiner Einschätzung nach Schweden werden. „Der Song ist zwar gut, aber alles in allem zu glatt.“ Seine persönliche Top fünf setzt sich zusammen aus Österreich, Niederlande, England, Ungarn und Griechenland.

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- Naschberger

Trotz guter Prognosen weiß der Sistranser, dass beim ESC alles möglich ist. „Der ESC ist oft unberechenbar“. Das letzte Mal so gut im Rennen war Österreich jedenfalls vor 50 Jahren. Die heutige Show wird sich der 20-Jährige live vor Ort anschauen. „Man kann nicht jedes Jahr um den Sieg mitfiebern“, zeigt sich der Volontär optimistisch. Als Glücksbringer trägt nicht nur er, sondern auch viele andere Volontäre, einen Conchita-Button auf der Brust.

„Danke, Darling“

Der 20-Jährige hatte auch schon die Chance, Conchita persönlich zu treffen. „Es war kurz, aber sehr herzlich.“ ‚Danke, Darling‘ war ihre Antwort auf seine Glückwünsche. „Sie war so lieb und freundlich. Trotz des Trubels hat sie sich für jeden Zeit genommen.“

Zeit nehmen werden sich heute auch Tausende Zuschauer vor den Bildschirmen, wenn ab 21 Uhr das große Finale ausgestrahlt wird. Morgen wird uns Simon Naschberger erzählen, wie er das Finale samt Afterparty erlebt hat und ein persönliches Resümee von zwei Wochen ESC-pur ziehen. Man darf gespannt sein! (tst, tt.com)

Live-Ticker

TT-Online berichtet heute ab 21:00 in einem Live-Ticker über das große Finale.