Letztes Update am Di, 03.06.2014 07:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Treibhaus Innsbruck

Unterirdisches Open Air mit überirdischem Sound

Im Treibhaus trifft ab 25. Juli Fernweh auf Heimweh und Innsbruck auf die große Welt. Warum? Norbert Pleifer will’s noch einmal wissen.



Innsbruck – Norbert Pleifer redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Mich hat der Hafer g’stochen“, skandiert der Treibhaus-Impressario – und deutet auf drei druckfrische Plakate, die nicht nur für das WM-Private-Viewing im Turmstadion (12. Juni bis 13. Juli) und die 20. Auflage des Zeughaus-Sommerkinos (31. Juli bis 31. August) werben, sondern auch Gusto auf ein Festival macht, das Fernwehgefühle von Daheimbleibenden stillen soll. Im Klartext: Von 25. Juli bis 30. August wird das Treibhaus zur Weltmusik-Bühne, auf der sich internationale Gäste wie Suzanne Vega, Hugh Maselka, Al Di Meola und Angelique Kidjo genauso ein Stelldichein geben wie nationale Sternschnuppen à la Harri Stojka, Clara Luzia oder Maschek.

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Letztere fallen übrigens ein wenig aus dem Rahmen. Das alles andere als maulflaue Trio ist nämlich der einzige Act des Fernweh-Fests, das draußen spielen darf. Am 31. Juli pfeifen sie beim Zeughaus-Kino auf die Originalfassungs-Tradition – und fahren den Kinohelden bewusst über den Mund. Beim Drüberreden darf das Publikum den Ton angeben und die Szenen auswählen, die dann frisch von der Leber weg synchronisiert werden. Dürfte großes Kino werden.

Aber zurück ins Treibhaus, wo es Pleifer „noch einmal wissen will“. Deshalb das Festival, das Open-Air-Potenzial hätte und trotzdem nach innen muss. Wieso eigentlich? Pleifer: „Wir dürfen draußen nicht lauter als 80 Dezibel sein. Schon die Lacher bei einem Hader-Kabarett sind lauter.“ Also keine Frischluft, dafür eine frische Brise von „überirdisch guter Musik“, wie der Treibhaus-Gärtner meint. Und in höchsten Tönen von den Acts schwärmt, die er dank guter Kontakte und der günstigen geographischen Lage nach Innsbruck locken konnte. Ein Tirol-Stopp lässt sich nämlich in so gut wie jede Europa-Tournee integrieren: Deshalb darf man sich am 25. Juli auf den Bosporus-Soul des Taksim Trios freuen, am 30. Juli mit Harri Stojka im India Express einchecken, am 7. und 8. August Al Di Meola bei seiner Hommage an die Beatles erleben, am 14. August mit Rachid Taha durch die Nacht grooven, am 22. August mit Jarabe de Palo vom Sommer träumen oder am 23. August Keziah Jones bei seinem mitreißenden Afrika-Trip begleiten. Und das ist noch nicht alles – Diven, Stimmwunder und Feen wie Angelique Kidjo (1. August), Suzanne Vega (2. August), Iyeoka Okoawo (15. August) oder Claria Luzia (21. August) machen das Fest zur runden Sache, das für jeden leistbar sein soll. Tickets kosten im Vorverkauf (www.treibhaus.at) zwischen 20 und 25 Euro. Und was lässt sich der Hausherr den Spaß kosten? „Ich hab’s noch nicht genau durchgerechnet“, sagt Pleifer, der auf Unterstützung von Stadt und Land hofft. Und an einer CD bastelt, die Festival-Besuchern den Soundtrack des Sommers bescheren soll. Und zwar gratis. (fach)