Letztes Update am Do, 11.12.2014 05:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Harfonie bringt erste CD heraus: Erfolg kommt, Schmäh bleibt

„Harfonisch“ in die Weihnachtszeit: Nora Baumann und Hanna Maizner, die Tiroler Siegerinnen der Castingshow „Die große Chance“, bringen morgen ihre erste CD heraus.

© zeitungsfoto.at/LieblNora Baumann (l.) und Hanna Maizner haben schon Hunderte Autogramme geschrieben.



Von Deborah Darnhofer

Ranggen – Der Tiroler Schmäh geht Nora Baumann (13) und Hanna Maizner (15) auch trotz all dem Stress nicht aus. Beim TT-Interview wird viel gelacht und der Fototermin gleich für eine Probe genützt. „Es sind ziemlich stressige Tage“, erzählt Maizner. Auch Baumann kann nur lachen: Freizeit? Fehlanzeige!

Vor einem Monat haben die beiden Mädchen aus Ranggen als Duo „Harfonie“ die ORF-Castingshow „Die große Chance“ gewonnen. Seitdem läutet das Telefon, die Familien haben das Management der jungen Talente übernommen. „Es gibt momentan sehr viele Anfragen. Das erste Konzert findet am 21. Dezember in der Trofana bei Mils statt. Wir versuchen, die Mädchen vor all dem aber auch etwas abzuschirmen“, sagt Mutter Sonja Baumann, ehe sie in die Küche huscht und Knödel kocht. Denn die Mädchen haben einen langen Abend vor sich. Ein schwedisches TV-Team kommt noch vorbei.

„Aber eigentlich müssen wir auf eine Schularbeit lernen“, seufzt Baumann. Trotz des Casting-Erfolges sind die beiden Mädchen eben immer noch Schülerinnen und vor Prüfungen nervös wie andere auch. Ob sie sich in der Schule schwer tun? Die Mädchen lachen los und tauschen Blicke aus. „Es passt schon. Es passt alles.“ Die Noten seien gut.

Baumann und Maizner würden gerne ihren Sieg auskosten und auftreten, doch „wollen und können ist ein Unterschied. Die Schule geht nun mal vor“, betont Maizner. An der Ferrari-Schule in Innsbruck wurde ihr Sieg dann doch gefeiert. Viele aus der Klasse wollten Autogramme, auch für Freunde und die Familien. Zuhause gibt es deshalb nur noch wenige Autogrammkarten, dafür umso mehr Fanpost.

Ein parfümierter Brief und eine Facebook-Nachricht aus den USA seien dabei gewesen. Eine Dame aus Niederösterreich habe sogar Patschen gefilzt. Die Bewohner in Ranggen würden aber „ganz normal“ reagieren. „Im Dorf sind wir immer noch die zwei Mädchen“, berichtet Maizner unaufgeregt.

In der Stadt allerdings würden einige Menschen sich umdrehen und tuscheln. Im Bus wurde einmal ein Handy gezückt, um ein Foto mit dem Original zu vergleichen, schmunzelt die 15-Jährige. Selbst würden sich die beiden ein neues Handy wünschen. Die alten seien ziemlich ramponiert, zu oft sind sie he­runtergefallen. Doch Zeit zum Shoppen bleibt keine. „Geld vom Gewinn haben wir noch gar keines ausgegeben.“ Dafür dürften ihre Fans morgen die Geldtaschen zücken: Denn am Freitag erscheint die erste „Harfonie“-CD mit dem von Baumanns Schwester Tabea komponierten Lied „Light Up“ und zwei Weihnachtsklassikern.

In den Feiertagen hoffen die beiden auch auf etwas Ruhe und Zeit für ihre Hobbys. Maizner will Ski fahren, Baumann sich um ihre Pferde kümmern. Die Tage davor sind aber noch anstrengend. Diese Woche waren sie in Wien. „Wir treten beim Jahresrückblick und bei ‚Wir sind Kaiser‘ auf“, freut sich Baumann.

Ihr Erfolg ist den beiden unerklärlich. Das Video vom Sieg hätten sie sich öfter angesehen, „damit wir es realisieren. Volle zach“, meint die 13-Jährige. Es sei wohl die Sympathie, sagt Maizner. „Bisch a Tiroler, bisch a Mensch.“ Beide lachen laut los. Der Erfolg sei einfach auf sie zugekommen. „Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, glaubt Maizner, so wie andere Tiroler Castingtalente vor ihnen auch (siehe unten).

Schon klingelt es: Das schwedische Filmteam steht vor der Tür. Die Schülerinnen sind plötzlich aufgeregt und stellen sich lieber zu ihren Müttern. Trotz der großen Bühne und des Talents sind sie bodenständige Mädchen geblieben.