Letztes Update am Fr, 27.02.2015 10:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Musik

Rainhard Fendrich wird 60: Macho mit Herz und Heimatliebe

Erfolge, Schicksalsschläge und bald ein eigenes Musical: Rainhard Fendrichs Karriere ist turbulent. Heute wird die Austropop-Legende 60 Jahre alt.

Rainhard Fendrich ist als Musiker immer noch in seinem Element.

© APA/HANS PUNZRainhard Fendrich ist als Musiker immer noch in seinem Element.



Wien – Eine Party wird es nicht geben, soviel steht fest. „Ich feiere nie meine Geburtstage. Ich werde mich zu meinem 60. mit einer Reise überraschen“, sagte Rainhard Fendrich anlässlich seines heutigen Jubiläums. „Ich liebe Geburtstage, solange ich nicht das Geburtstagskind bin.“

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Rainhard Fendrich im Interview: „Halligalli mit großem Ernst“: http://go.tt.com/1E2TYVc>

Der Sohn eines Maschinenbauingenieurs und eines ehemaligen Models hat bereits mit 15 Jahren erste Lieder auf der Gitarre komponiert. Sein erstes Album „Ich wollte nie einer von denen sein“ (1981) ebnete den Weg zur Austropop-Legende. Alle seine darauffolgenden Studioalben hielten sich wochenlang auf Platz eins der heimischen Charts. Kaum jemanden, der nicht bei „Weus‘d a Herz hast wia a Bergwerk“, „Macho Macho“ oder „I am from Austria“ mitsingen kann.

Während Fendrich mit seiner Karriere als Unterhaltungskünstler durchweg erfolgreich war, sah es in seinem Privatleben anders aus. Als seine Tochter Theresa-Valentina 1989 nur ein Jahr nach der Geburt an einer Virus-Infektion starb, begann Fendrich Kokain zu konsumieren – rund 15 Jahre lang. „Der Tod eines Kindes ist ein so krasser Einschnitt, den kannst du nicht verarbeiten ... Der Phantomschmerz geht nie wieder weg“, sagte er dazu.

2006 wurde Fendrich von der Staatsanwaltschaft Wien wegen Besitzes und Weitergabe von illegalen Drogen angeklagt. Er ging auf Entzug, machte eine Therapie und wurde vom Vorwurf des Drogenhandels freigesprochen. Auch wegen Steuer-Problemen und Falschaussage stand er vor Gericht.

Seine Ehen verliefen ebenso nicht vollends glücklich. Fendrich ist zweimal geschieden. Aus den beiden Ehen hat er drei Söhne. Trotz des privaten Liebes-Pechs spielte er im Fernsehen als Nachfolger von Rudi Carell „Herzblatt“.

Den heurigen Geburtstag lässt er zwar ruhig angehen, aber vielleicht hat er im Frühjahr 2016 mehr Lust zum Feiern. Bei einem ersten Geburtstag. Mit „I am from Austria“ wird es eine Musical-Komödie mit seinen größten Hits geben. (TT, APA, dpa)