Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 06.09.2015


Freizeit

Ein Bungalow aus Holz und Lehm

Geschützt vor Einblicken, Sonne und Regen präsentiert sich dieses kompakte Haus in ökologischer Bauweise seiner Umgebung. Auf eineinhalb Ebenen findet alles Platz, was eine junge Familie zum Leben braucht.

© Aus jedem Blickwinkel zeigt sich das nachhaltig gebaute Haus völlig unterschiedlich und bildet insgesamt doch eine sehr kompakte Einheit.



Von Caterina Molzer-Sauper

Kirchbichl – Inmitten eines kleinen Siedlungsgebietes in Kirchbichl konnten die beiden Bauherren Elisabeth Au­finger und Daniel Aniser ein nettes Grundstück ihr Eigen nennen und nach ihren Wünschen bebauen. Es war ihnen von Beginn an ein großes Anliegen, zukünftig ein Haus aus Holz und sonstigen biologisch hochwertigen Materialien in Niedrigstenergiestandard zu bewohnen und so stießen sie bei ihren Recherchen auf den Planer und Baumeister Mario Handle. Dieser hat sich mit seinem Architekturbüro ganz der Holz-Lehm-Bauweise verschrieben und schon viele gelungene Beispiele vorzuweisen.

Der Grundriss des Hauses teilt sich in einen Wohn- und Elternbereich im Erdgeschoß und ein aufgesetztes Kindergeschoß. Beide Stockwerke sind mit separaten Bädern ausgestattet und bieten so ganz eigenständige Bereiche für zwei Generationen.

Die außergewöhnliche Raumhöhe mit der Galerie im Obergeschoß schafft spannende räumliche Bezüge, ein Lichtband flutet den Bereich mit Tageslicht und bringt indirektes Licht ins Wohnzimmer.

Die Küche ist durch eine Treppe, die zudem viel Stauraum bietet, vom Wohnbereich geschickt getrennt und so kann man sich nach Wunsch in aller Ruhe zurückziehen.

Umschlossen wird das Erdgeschoß im Süden und Westen von zwei geschützten Terrassenflächen, im Osten von drei Containerboxen mit viel Platz für die Haustechnik, Sport- und Gartengeräte. Nördlich schließt ein dezentes Carport an die Fassade an.

Insgesamt wirkt das Gebäude in sich sehr kompakt und stimmig und vermittelt das Ambiente eines gemütlichen Urlaubs-Bungalows. Die natürlichen Materialien, wie die unbehandelte Holzverschalung und die puren Lehm­oberflächen der Zwischenwände, tragen das Ihre zu einem angenehmen Raumklima bei.

„Mir waren besonders die Barrierefreiheit und der Verzicht auf unnötigen Schnickschnack sehr wichtig“, sagt die Bauherrin, die als Krankenschwester genau weiß, was im Leben so alles auf einen zukommen kann. Das Haus ist als Box so konzipiert, dass es ohne Balkone und Vordächer im klassischen Sinn auskommt und trotzdem Schutz und Geborgenheit bietet.

„Die schwarzen Blechelemente an der Fassade betonen einzelne Bereiche des Hauses zusätzlich, ähnlich einem exakt gesetzten Lidstrich“, erklärt Mario Handle.

Das engagierte Bauherren­paar hat sich in allen Bereichen so gut wie möglich eingebracht und mit angepackt – ob bei der Ausei­nandersetzung in Energiefragen oder beim Verlegen des Holzbodens unter Anleitung des Tischlers. Die Beziehung zum eigenen Heim wurde dadurch zusätzlich gestärkt und die Bedenken rund um die fortschrittliche Technik der Wärmepumpe und der Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sind verschwunden.