Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.12.2015


Bezirk Schwaz

Bangen um den Silvesterzug

Mitarbeiter der Zillertalbahn stellen sich bei der Silvesterfahrt in den Dienst der guten Sache. Ob es weitere Silvesterzüge geben wird, ist noch immer nicht entschieden.

null

© Zwicknagl



Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Fast zwei Stunden wird der Silvesterzug der Zillertalbahn mit seinen zwei Lokomotiven und 20 Wagen von Jenbach bis Mayrhofen am letzten Tag des Jahres benötigen. Gestartet wird um 9.50 Uhr in Jenbach. Ob man dieser Tradition, die im Jahre 1977 mit dem Rettungsflieger Charly Plunser als Ehrenlokführer begann, auch in Zukunft treu bleibt, ist ungewiss. Eine Antwort auf Fragen nach dem Fortbestand des Silvesterzuges blieben Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Hundsbichler und Vorstand Wolfgang Stöhr von den Zillertaler Verkehrsbetrieben bisher schuldig. Der Beobachtungszeitraum vom 25. Dezember bis zum 6. Jänner sei der Schlüssel für weitere Entscheidungen, hieß es dazu auf Anfrage. Für die Sommermonate gibt es ohnehin ein reduziertes Dampfzugangebot. Für einen Aufschwung bei der Dampfzugfrequenz soll seit einigen Monaten eine eigene Produktmanagerin sorgen. Noch im Jahr 2000 wurden per Dampfzug mehr als 97.000 Passagiere befördert, im Jahr 2014 waren es 32.138 Personen.

Der heurige Silvesterzug mit seinen 674 Sitzplätzen hat auch eine Charity-Funktion. Weil ein Mitarbeiter der Zillertalbahn schwer erkrankte und zu Hause einen Treppenlift benötigt, wollen etliche seiner Kollegen ehrenamtlich für die gastronomische Versorgung im Zug sorgen und den Reinerlös zur Verfügung stellen. In die Schar der Ehrenlokführer wird sich Luis Plattner vom Original Tiroler Echo einordnen. Drei Landeshauptleute, der Komponist Hubert Klier, der Künstler Paul Flora und Helmut Wlasak, der seinerzeitige Intendant des Landestheaters, standen bei Silvesterfahrten am Führerstand der Lok. „Dabei gab es auch Blumenzüge, Weihnachtszüge und Westernzüge“, erinnert sich der frühere Prokurist Egon Leiter. Der Mayrhofner TVB-Vorstand Christian Rauch weist darauf hin, dass mit der Agentur Kohl & Partner bereits unter dem ehemaligen Direktor Holub ein Dampflok-Konzept mit Themenzügen entwickelt wurde. Das gelte es umzusetzen.