Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 19.04.2016


Landeck

„Wildwassersport und Erlebnisweg haben Zukunft“

Landecker Bachelor-Studenten haben ihre Ideen zur Nutzung der Sanna vorgestellt. Bürgermeister Jörg will Vorschläge auf Machbarkeit prüfen.

An der Sanna (hier bei Pians) könnte der längste Erlebniswanderweg in den Alpen entstehen.

© WenzelAn der Sanna (hier bei Pians) könnte der längste Erlebniswanderweg in den Alpen entstehen.



Landeck, Pians – Mit einer Länge von rund sieben Kilometern ist die Sanna Europas kürzester Fluss. Für Schlagzeilen hat sie in den vergangenen Jahren in Zusammenhang mit einem Kraftwerksprojekt gesorgt. Der Tiroler Betreiber „Infra Project Development GmbH“ hat es mit der Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) derzeit nicht allzu eilig – die TT berichtete. Seit Projektstart 2013 sind allerdings mehr als zwei Mio. Euro in Vorleistungen investiert worden.

Vor diesem Hintergrund haben Studierende des Land­ecker Bachelor-Studiums „Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus“ sowie des Masterstudiums „Ökologie und Biodiversität“ die Sanna unter die Lupe genommen. Der Auftrag zur Studie kam von der Stadt Landeck, die Kosten betrugen 6000 Euro. Kürzlich ist die 100 Seiten umfassende Expertise vorgestellt worden.

Betreut von Professor Gottfried Tappeiner, Ulrike Tappeiner und Johannes Rüdisser sehen die Autoren zwei Entwicklungsschienen für die Sanna: den Wildwassersport und einen Erlebnisweg. „Während der Wildwassersport schon stark entwickelt ist und professionell vermarktet wird, ist der Erlebnisweg erst aufzubauen“, fassen die Autoren zusammen. Für den Wildwassersport werden dennoch einige neue Ideen zur Weiterentwicklung vorgeschlagen.

Präsentierten die Studie: Gottfried Tappeiner und BM Wolfgang Jörg mit den Studentinnen Eva-Maria Weinseisen und Julia Sapinsky (v. l.).
Präsentierten die Studie: Gottfried Tappeiner und BM Wolfgang Jörg mit den Studentinnen Eva-Maria Weinseisen und Julia Sapinsky (v. l.).
- Wenzel

Beim Erlebnisweg zeigen die Studenten auf, dass der längste Weg dieser Art in den Alpen entstehen könnte – vom Kraftwerk Wiesberg bis zur Einmündung der Sanna in den Inn bei Landeck. „Der Reiz liegt in der natürlichen Dynamik der Jahreszeiten“, resümieren die Autoren.

Bürgermeister Wolfgang Jörg hob hervor: „Jetzt ist der Planungsverband gefordert, sich mit der Studie zu befassen. Mit den Grundbesitzern müssen Informationsgespräche geführt werden.“ Projekte sollen, so Jörg, dem Tourismus, aber auch der heimischen Bevölkerung dienen. Auf die Frage, welche Ideen eine Chancen auf Umsetzung hätten, sagte er: „Die Vorschläge müssen geprüft werden. Erst dann sind Aussagen zu Kosten und Zeithorizont seriös.“ Als einziger Sponsor der Studie scheint der Tiroler Raftingverband auf – ein entschiedener Gegner des Sannakraftwerks. (za)