Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 26.08.2016


Freizeit

Viel Energie in Kultfest gesteckt

„Stanz brennt“ am 4. September ist trotz großen Ernteausfalls gesichert. Der Kilopreis für die Zwetschke bleibt mit zwei Euro gleich. Die Genussregion wartet mit Überraschungen auf.

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© Wenzel



Von Helmut Wenzel

Stanz bei Landeck – Hohe Ernteausfälle müssen die Obstbauern heuer in der Genussregion Stanzer Zwetschke (Stanz, Grins, Pians) in Kauf nehmen. „Wegen der Frosttage im April haben wir nur rund 20 Prozent des durchschnittlichen Ertrags“, schilderte Stefan Nothdurfter, der Obmann der Genussregion, am Donnerstag.

Die Ernte reiche dennoch für das Kultfest „Stanz brennt“ am 4. September. Der Handel könne heuer allerdings „nur in eingeschränktem Umfang“ beliefert werden, so Nothdurfter. Die heimischen Brennereien könnten hingegen auf ihre Vorräte zurückgreifen.

In Kooperation mit dem Tourismusverband Tirol-West haben die Stanzer keine Kosten und Mühen gescheut, um wieder ein attraktives Rahmenprogramm zum Kultfest „Stanz brennt“ vorzubereiten, inklusive Genusswoche ab 29. September. Trotz rarer Ernte werde der Verkaufspreis an den Ständen bzw. ab Hof mit zwei Euro für ein Kilo gleich bleiben wie im Vorjahr.

„Es ist ein authentisches Fest der Regionalität, auf das wir stolz sein können. Auch weil wir damit ein Alleinstellungsmerkmal haben“, erläuterte TVB-Geschäftsführerin Andrea Weber am Donnerstag. Vor diesem Hintergrund sehe man auch die Aufgabe, das Fest finanziell zu unterstützen. Mit dem weit über die Bezirksgrenzen bekannten Aushängeschild „Stanz brennt“ würden auch Botschaften transportiert, so Weber. „Wir inszenieren und leben Regionalität.“

Bürgermeister Martin Auer sieht ebenfalls „unbezahlbare Werbung“ für die Genussregion. Der Beitrag der finanziell nicht unbedingt gesegneten Gemeinde liege in der Bereitstellung von Infrastruktur sowie Dienstleistungen.

Zu den geplanten Überraschungen möchte man noch nicht allzu viel verraten – bis auf die übergroße Zwetschkenskulptur, die heuer Premiere feiert. „Es ist ein Kunstwerk, das der verstorbene Künstler Professor Norbert Strolz vor 30 Jahren entworfen hat“, schildert Nothdurfter. Die Realisierung liegt jetzt in den Händen des Grinner Bildhauers Christian Moschen – die Figur soll drei Meter hoch und 2,5 Meter breit sein.

Weil „der Mensch nicht nur von der Zwetschke allein lebt“, haben die Veranstalter bäuerliche Produzenten aus nah und fern eingeladen, etwa aus dem Trentino. Kulinarische Schmankerln sollen ebenso auf den Marktständen geboten werden wie Handwerkskunst und Schnitzereien. Im Mittelpunkt bleibe dennoch das „Starprodukt“ – die Stanzer Zwetschke in fester und flüssiger Form. Infos auch unter www.tirolwest.at.