Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.10.2016


Tirol

Naturfilmfestival in Innsbruck: Preisträger ausgezeichnet

Freitagabend ging das Naturfilmfestival INFF mit der Feier der Siegerfilme zu Ende.

Der Film "Jumbo Wild" führt in eine artenreiche, bedrohte Wildnis.

© INFFDer Film "Jumbo Wild" führt in eine artenreiche, bedrohte Wildnis.



Innsbruck – Seit 25 Jahren ist das Großraum-Skiprojekt am Jumbo-Pass in Kanada heftig umkämpft, in seinem Dokumentarfilm „Jumbo Wild“ lässt Regisseur Nick Waggoner Gegner und Befürworter zu Wort kommen. Freitagabend wurde er für seinen „wunderschönen Bergfilm“, der gleichzeitig „waschechte Umweltdoku“ sei, im Innsbrucker Leokino mit dem mit 3000 Euro dotierten „Grand Prize of the City of Innsbruck“ in der Kategorie Environment ausgezeichnet. Laut Jury des Innsbruck Nature Film Festivals (INFF), der u. a. auch der oscarnominierte Kameramann Christian Berger angehört, visualisiert der einstündige Film wunderbar die Bedeutung des „Kampfes zwischen Naturschutz und ökonomischer Entwicklung“.

In der ebenfalls mit 3000 Euro dotierten Kategorie „Nature“ wurde der Dokumentarfilm „Light on Earth“ mit Altmeister David Attenborough ausgezeichnet, der durch eine magische, leuchtende Welt führt. Mithilfe innovativer Kameratechniken erstrahlen Lebewesen wie Pilze und Würmer, die sonst im Dunkeln verborgen bleiben. Der Film versetze in den „längst vergessenen Zustand des kindlichen Staunens zurück“, so die Jury.

Die berührende Beziehung eines Bauern zu seinem sterbenden Esel, die der Österreicher Rafael Haider in seinem 24-minütigen Film „Esel“ zeigt, überzeugte als bester „Short Film“. In der Kategorie „Animated Short“ siegte die italienische Produktion „El Mostro“, die sich mit den katastrophalen Auswirkungen der Industrieanlage Porto Marghera auf Mensch und Natur in Venedig auseinandersetzt. Die mit jeweils 1000 Euro dotierten Nachwuchspreise der Tiroler Tageszeitung gingen an die Brasilianerin Roberta Bonoldi für „Verde Chorume“ über die Abfallproblematik (Young Talents bis 25) und an die deutsche Doku „Alte Buchenwälder“ von Janis Klinkenberg (bis 19).

Als „Best Film on the Topic of Soil“ wurde der belgische Film „Lands for Freedom“ ausgezeichnet. Den Preis für „Best Cinematography“ konnte der deutsche Jan Haft für „Magie der Moore“ entgegennehmen. Laut Veranstalter zog es an vier Festivaltagen mehr als 2000 Besucher zu insgesamt 51 Filmen ins Leokino. (TT)