Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 11.06.2017


Innsbruck

Lange Nacht der Kirchen: Besinnlich bis heiter

Tausende Besucher ließen sich in der Diözese Innsbruck zum 10-Jahr-Jubiläum der „Langen Nacht der Kirchen“ von 180 abwechslungsreichen Angeboten faszinieren.

Zur Eröffnung fand in der evangelischen Auferstehungskirche in Innsbruck ein ökumenischer Gottesdienst statt.

© Diözese InnsbruckZur Eröffnung fand in der evangelischen Auferstehungskirche in Innsbruck ein ökumenischer Gottesdienst statt.



Innsbruck — Besonders groß war der Besucherstrom in der Landeshauptstadt, fand doch zeitgleich mit der „Langen Nacht der Kirchen" in Innsbruck eine Einkaufsnacht unter dem Motto „Ganz Innsbruck tanzt" statt. Diözesanadministrator Jakob Bürgler sah Verbindungen: „Mag sein, dass das Einkaufen den Körper und auch das Herz zum Tanzen bringt, zumindest so lange, wie das Geld reicht. Ausdauernder wird der Tanz des Lebens, wenn er spirituell unterfüttert' ist."

Am Domplatz konnten die Besucher schauen, ob der Bischof da ist. Archivar Martin Kapferer zeigte ein Foto von Paulus Rusch.
Am Domplatz konnten die Besucher schauen, ob der Bischof da ist. Archivar Martin Kapferer zeigte ein Foto von Paulus Rusch.
- Thomas Boehm / TT

Der Start der „Langen Nacht der Kirchen" erfolgte mit einer ökumenischen Eröffnungsfeier in der evangelischen Auferstehungskirche, unter anderem mit Diözesanadministrator Jakob Bürgler, Superintendent Olivier Dantine und dem serb.-orthodoxen Pfarrer Aleksandar Stolic. Die Nacht lieferte mit 180 Angeboten ganz besondere Ein- und Ausblicke. Als Herausforderung stellte sich die Besteigung der Kuppel der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf heraus. Helfer waren an den Stiegen postiert und erinnerten die Besucher daran, den Kopf einzuziehen, da das Gebälk sehr niedrig war. Oben angekommen, bot sich ein großartiger Blick auf Innsbruck. Ein Helfer erklärte die Geschichte der Pfarre: Sie verdankt ihre Entstehung dem Gelöbnis des Landes für die abgewandte Gefahr des Dreißigjährigen Krieges. Das Gelöbnis, eine Kirche zu bauen, wurde gehalten. In Treue dazu kommt das Land für die Pfarre auch 350 Jahre später noch auf.

Ein großer Wermutstropfen der heurigen Langen Nacht war, dass noch kein Bischof am Domplatz 5 eingezogen ist. Mit dem launigen Titel „Schauen, ob der Bischof (schon) da ist" wurde dieser Mangel thematisiert. Bei den Wartenden ist die Ungeduld groß: „Es wäre schon wichtig, dass endlich entschieden wird", sagte eine Frau. Im Sitzungszimmer erzählte Archivar Martin Kapferer die Geschichte der Diözese Innsbruck. Dann zeigte er das Bild eines Bischofs. Er lüftete damit aber kein Geheimnis. Es handelte sich um Paulu­s Rusch. „Er war der erste Bischof der neu gegründeten Diözese nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele sind von ihm gefirmt worden." Zustimmendes Nicke­n im Publikum.

Und dann ging es wieder weiter durch die Nacht. (pla)

Johannes und Magdalena hatten nach der Kuppelbesteigung in der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf eine tolle Aussicht.
Johannes und Magdalena hatten nach der Kuppelbesteigung in der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf eine tolle Aussicht.
- Thomas Boehm / TT