Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.07.2017


Freizeit

„Schweinchen schlau“ gehen zur Schule

Im Innsbrucker Reithmanngymnasium lernen Schüler durch zwei Schweine den Umgang mit Tieren.

„Floyd“ genießt die Abkühlung.

© Rudy De Moor / TT„Floyd“ genießt die Abkühlung.



Von Philipp Schwartze

Innsbruck – Es grunzt auf dem Schulhof des Reithmanngymnasiums in Innsbruck. Und das liegt nicht daran, dass die Schüler Tiergeräusche imitieren: Seit knapp sieben Wochen leben hier zwei Schweine der Art Kune-Kune.

Die Schüler kümmern sich um die Schweine.
Die Schüler kümmern sich um die Schweine.
- Rudy De Moor / TT

„Ich hab immer gedacht, Schweine sind dumm und dreckig“, sagt die 11-jährige Lara Basic. Diese Meinung hat sich bei den Schülern schnell geändert. „Wir kommen oft in der Pause her und schauen, was die Schweine machen“, sagt Clara Lechner (11).

Biologielehrer Thomas Berti, der schon für Brieftauben auf dem Dach der Schule gesorgt hat, ließ einen Teil des Schulhofs schweinegerecht gestalten und Gunda und Floyd – so die Namen der beiden Schweine-Schwestern – einziehen. „Es geht darum, ein Bewusstsein für Lebewesen zu schaffen, gerade in der Stadt. Kune-Kune-Schweine haben das Intelligenz-Niveau von Delfinen, machen kaum Dreck und stinken nicht“, erklärt er die „Sauwirtschaft“ in der Schule. „In den Pausen ist das hier die große Attraktion“, schmunzelt der Lehrer.

Bis zu 100 Kilo können die kleinen Schweine bei einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern auf die Waage bringen. Um das Füttern mit Trockenfutter kümmern sich die vom Lehrer ernannten Kune-Kune-Hirten. Diese üben mit Gunda und Floyd. „Ich hatte mal einen Hund, aber diesen Schweinen etwas beizubringen, ist viel leichter“, staunt auch Kune-Kune-Hirte Matthias Horvath (14).

Am Ende sollen die beiden Schweine, deren Art von den polynesischen Inseln im Pazifik stammt und die beinahe ausgestorben wäre, sogar Gesichter erkennen können. Bis jetzt haben ihnen die Schüler etwa Farben zu erkennen und Slalom beigebracht.

Bei dem warmen Wetter lernen die Schweine derzeit von ganz alleine, ihren „Swimmingpool“, eine mit Wasser gefüllte Box, zu benutzen. Wer letztlich mehr voneinander lernt – die Schweine von den Schülern oder umgekehrt –, ist nicht bekannt. Fröhlich grunzend scheinen sich Floyd und Gunda – inzwischen knapp 20 Wochen alt – jedenfalls eingelebt zu haben. Schwein gehabt.

Ferien machen die Schweine übrigens auch. Während die Schüler nach Italien, Spanien und Co. reisen, geht es für Gunda und Floyd auf die Höttinger Alm.




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