Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 10.07.2017


TT-Ombudsmann

Feiern in der Nachbarschaft: Der Sommernachts(alb)traum

Raus in den Garten oder auf den Balkon und rein ins Partyvergnügen: Lautstarkes Feiern bis spät in die Nacht freut nicht jeden. Ruhezeiten gelten auch im Sommer. Was zu beachten ist.

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Von Deborah Darnhofer

Innsbruck – Des einen Freud, des anderen Leid: Wenn im Sommer die Tage heiß und die Nächte lau sind, dann verlagern sich Essen und Feiern gerne nach draußen. Doch wenn der Nachbar vulgo Grillmeister spätabends sein Fleisch auflegt, die Flaschen köpft und die Musik aufdreht, kann das nicht jeder genießen. Aus dem lauschigen Sommernachtstraum der Feiernden wird für jene, die gerne schlafen wollen, ein Albtraum. Tiroler Experten beantworten fünf wichtige Fragen zu Lärm- und Geruchsbelästigung.

Wenn nach kurzer Zeit die Feiernden trotzdem wieder lärmen, ist es laut Rizzoli sinnvoll, noch einmal die Beamten zu rufen. „In diesen Fällen ist die MÜG auch befugt, Lärmquellen, wie beispielsweise Verstärkeranlagen, sicherzustellen.“

Ein Betroffener kann eine Unterlassungsklage anstreben. Deren Erfolg hängt aber von zwei Punkten ab: „Die Immissionen müssen das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreiten, und die ortsübliche Benutzung der eigenen Wohnung muss dadurch wesentlich beeinträchtigt sein“, heißt es beim Mieterschutzverband.

Laut dem ABGB (§ 364) haben Eigentümer benachbarter Grundstücke bei der Ausübung ihrer Rechte aufeinander Rücksicht zu nehmen. Dies gelte laut Mieterschutzverband auch sinngemäß für Wohnungsmieter und -eigentümer. Nachsicht ist gerade im Sommer geboten. „Fallweises Grillen gehört zum normalen Zusammenleben in einer Stadt bzw. Gemeinde dazu“, sagt Trummer und träumt vom friedlichen Miteinander.