Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 17.11.2017


Tourentipp

Ehnbachklamm-Wanderung bei Zirl: Verstecktes entdecken

Im Norden von Zirl versteckt sich Sehenswertes: Eine kleine Rundwanderung führt zu Kriegerdenkmal, Kalvarienberg und durch die Ehnbachklamm retour. Am Mittwoch war diese Strecke noch gut zu begehen.

© RappEs geht durch die wildromantische Ehnbachklamm.



Von Irene Rapp

Zirl – Wenn man nach Seefeld fährt und dabei Zirl passiert, kann man die kleine Kalvarienbergkirche und die Ruine Fragenstein am nördlichen Ende von Zirl sehen, mehr aber auch nicht. Dass sich auf dieser Seite noch ein Kriegerdenkmal sowie die wunderschöne Ehnbachklamm verbergen, bleibt verborgen. Wir haben uns am Mittwoch auf Entdeckungstour und eine kleine, aber feine Rundwanderung gemacht.

Schnee lag dabei auf dem Weg so gut wie keiner mehr, dafür vereinzelt nass-rutschiges Laub, das vorsichtiges Gehen erfordert. Aber selbst nach der im heurigen Jahr bislang kältesten Nacht von Dienstag auf Mittwoch waren die Wege durch die Schlucht nicht vereist. Trotzdem ist Trittsicherheit erforderlich, an wenigen Stellen geht es einige Meter hinab zum Bach.

Tourentipp online:

Den Track für die Tour: http://bit.ly/2jvHUt8

So kommt man hin: In Zirl kann man auf einem Parkplatz (P8) vor dem Roten Kreuz parken (wenn man auf der Straße nach Seefeld bleibt zweigt am Ortsanfang von Zirl die Zufahrtsstraße zum Roten Kreuz ab). Zunächst geht man auf dem Geistbühelweg in westlicher Richtung bis zu einer Unterführung, überquert hier den Ehnbach und wandert gleich wieder rechts hinauf (Wegweiser Kalvarienberg). Apropos Wegweiser: Die gesamte Strecke ist gut markiert, verlaufen daher unmöglich.

Nun gelangt man zu Treppen, diese in nördlicher Richtung bergauf. Nach wenigen Metern erreicht man eine Wegteilung, hier nicht geradeaus in die Klamm, sondern links über Treppen aufsteigen.

Die Koffer erinnern an die Zirler Euthanasie-Opfer.
- Rapp

Immer auf dem Hauptsteig bleiben, dann nach wenigen Minuten zu einem großen, freien Platz mit einem Kriegerdenkmal. Dieses wurde 1920 errichtet und erinnert an die Gefallenen sowie Vermissten der beiden Weltkriege.

Ein paar Meter weiter findet sich noch ein weiteres Mahnmal – ein Platz mit Koffern, die an die Menschen aus Zirl erinnern sollen, die während des Zweiten Weltkriegs Euthanasie-Opfer wurden. Der Platz bietet zudem tolle Ausblicke auf Zirl und das Inntal. Einziger Wermutstropfen: Man hört die Straße sehr gut, aber dem Verkehrslärm kommt man ja fast nirgends mehr aus.

Von der Kalvarienbergkirche aus hat man einen tollen Ausblick auf das Inntal.
- Rapp

Weiter geht es in nordöstlicher Richtung den Kalvarienberg hinauf: Über Treppen gelangt man an kleinen Kapellen vorbei hinauf zur Kirche, die offen ist und wo schon begonnen wurde, eine Weihnachtskrippe aufzubauen. Auch von hier aus hat man traumhafte Ausblicke auf das Inntal. In welch exponierter Lage sich die Kirche jedoch befindet, zeigt der Blick nach Norden: Da schaut man weit hinab in die Ehnbachklamm, durch die man später noch wandert.

Nun zunächst zurück zur Kapelle-Station 7, hier zweigt ein Weg hinab zu einer Straße. Auf dieser wandert man rund 20 Minuten hinauf, allerdings gibt es einen Steig durch den Wald, den man ebenfalls benutzen könnte. Nach der zweiten scharfen Linkskurve zweigt rechts ein Forstweg in den Wald hinein ab (Wegweiser Ehnbachklamm 3). Durch herbstlichen Wald weiter, bei einer Wegteilung bleibt man rechts (links befinden sich die Geleise der Mittenwaldbahn), bei der nächsten Wegteilung wieder rechts bleiben (Wegweiser). Nun sieht man rechts auf die Bahngeleise hinab, man wandert leicht bergab und kommt zu Murensperren. Allerdings bleibt man nicht lange auf dem Forstweg, sondern zweigt dann rechts auf einen Steig ab, der hinab in die Klamm führt.

Man wandert u.a. über die hohe Staumauer.
- Rapp

Nun beginnt der schönste Teil der Wanderung in diesem Teil des Karwendels: Zunächst steil hinab zu einer Holzbrücke, auf der man den Ehnbach quert. Auf einem Steiglein durch die wildromantische Klamm, links und rechts ziehen sich die Felswände hoch, an denen teilweise auch geklettert wird.

Bald wird es weiter, dann hat man ein großes Schotterbecken erreicht, wo der Bach, fast verschwindend, lieblich durchmäandert. Hier links einen Weg hinauf, an einem Gatter vorbei und gleich rechts wieder auf einem steilen Steig hinab.

Auf der hohen Staumauer gelangt man auf die andere „Talseite“, dann geht es über Treppen hinab bis ungefähr auf Höhe des Bachbettes. Nun immer abwärts, über einige Brücken und entlang der Felswände, die mit seilversicherten Stellen aufwarten.

Wenn man hoch oben auf einem Felsen die Kalvarienbergkirche sieht, dann wird es erneut eng und man wandert unter einem Felsdach dem Ende der Klamm entgegen. Hier erreicht man wieder den Ausgangspunkt bei der Wegteilung vor der Unterführung, dann retour zum Parkplatz.

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