Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.11.2017


Bezirk Imst

Steinbock trifft

Hightech

Als multimediales Ereignis entpuppte sich die neu eröffnete Naturpark-Ausstellung auf dem fünften „Infopoint“ Hohe Mut.

© Daum



Von Hubert Daum

Obergurgl – Kaiserwetter, perfekte Pisten – der gestrige Tag lockte die Skifans auf die Hänge des Obergurgler Skigebietes. In die Gästeschar mischten sich allerdings auch Menschen ohne Brettln – und in Feierlaune. Ihr Ziel war das Untergeschoß der auf 2670 Metern gelegenen Hohe Mut Alm. Dort wurde nämlich der fünfte so genannte Infopoint des Naturparkes Ötztal seiner Bestimmung übergeben und die mit Spannung erwartete Naturpark-Ausstellung feierlich eröffnet.

„Das Konzept war immer schon, an allen fünf Zugängen zum Naturpark Ötztal Infopoints zu errichten und in der finalen Phase als Zentrum das Naturparkhaus entstehen zu lassen“, so Geschäftsführer Thomas Schmarda zur Gesamtstrategie. Nach den Infostellen in Ambach, Niederthai, Gries und Vent wurde nun jener auf der Hohe Mut Alm in Obergurgl realisiert. Das Ergebnis, das gestern erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, beeindruckte die geladenen Gäste sichtlich. „Das, was wir hier nun als fertigen Ausstellungsraum sehen, war einst ein Keller“, weiß Lukas Scheiber von Ötztal Tourismus, „die Realisierung war nicht einfach, dafür danken wir auch den sechs Grundeigentümern.“ Den letzten Infopoint – übrigens ein Regioprojekt mit Subventionen von EU und Land Tirol – ließen sich die Gemeinden, die Bergbahn und eben der TVB einiges kosten: Rund 190.000 Euro waren die Baukosten, die Ausstellung, konzipiert von „Pro Natur“, ist zusätzliche 170.000 Euro wert. „Natur kann durchaus auch inszeniert werden“, begeisterte sich LHStv. Ingrid Felipe, die speziell die Aussicht auf den Gaisbergferner als „grandios“ bezeichnete.

Die Naturpark-Ausstellung als Herzstück widmet sich dem Leben in und am Gletscher, dem Klimawandel und der hochalpinen Forschung. Die zweisprachige, interaktive Ausstellung zeigt auf 135 m² ausgewählte Exponate der hochalpinen Tier- und Pflanzenwelt, auf moderne Weise inszeniert. Schmarda: „Unser Sensationsexponat ist ein 3500 Jahre altes Steinbockhorn.“ Als Kontrast im zen­tralen Bereich ein interaktiver Touchscreen mit Tausenden geschichtsrelevanten Funktionen und wieder als Gegensatz Gletschereis zum Anfassen. Ein Ausstellungsnovum, das für alle täglich von 9–16 Uhr zugänglich ist. Im Frühjahr erfolgt der Spatenstich des Naturparkhauses.




Kommentieren


Schlagworte