Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.12.2017


Skitourentipp

Sichere Tour zwischen Kögele und Hoadl

Der Aufstieg zum Pleisen (2236 Meter) ist mit 700 Höhenmetern eine kleine, feine und vor allem sichere Skitour in der Axamer Lizum. Nicht zu verwechseln mit der Pleisenspitze im Karwendel.

© flexVom Pleisen genießt man bei gutem Wetter einen traumhaften Tiefblick über weite Teile des oberen und unteren Inntales.



Axams – „Die Lawinengefahr in Tirols Tourengebieten ist nochmals etwas angestiegen und verbreitet als erheblich (Stufe 3) einzustufen. Die Hauptgefahr geht dabei von frischen Triebschneeansammlungen aus“, schreibt Autor Rudi Mair (28. Dezember) auf der Website des Lawinenwarndienstes Tirol (www.lawine.tirol.gv.at). Und die Tendenz? Gleichbleibend!

Leider, die Betonung liegt wirklich auf leider, denn diese Warnung wird von vielen Wintersportlern oft ziemlich unterschätzt. Sonnenschein und Neuschnee – das klingt alles super und viel zu verlockend.

Doch was sich oft unter bzw. eigentlich innerhalb der Schneedecke tückisch verbirgt, ist vielen nicht bewusst. Und gerade bei Lawinenwarnstufe 3 passieren auch statistisch gesehen die meisten Unfälle.

Auch am Donnerstag waren wir in der Axamer Lizum am Weg. Die Sicht war nicht so überragend, aber tiefverschneit und mit zehn Zentimetern Neuschnee präsentierte sich der Aufstieg hinauf zum Pleisen im schönsten Wintergewand.
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Wir sind diese Woche mit der Skitour auf den Pleisen in der Axamer Lizum einer sicheren Variante gefolgt. Mehr oder weniger als Pisten- bzw. Waldtour, aber dafür mit einem schmucken Kreuz am Gipfel und einem wunderschönen 360-Grad-Rundum-Panorama.

So kommt man hin: Tourengeher mit Freizeitticket haben’s in der Axamer Lizum gut. Der Parkplatz ist nämlich kostenlos. Alle anderen werden zur Kassa gebeten. 8 Euro, doch in diesem Preis ist ein Gutschein von 4 Euro, einzulösen am Hoadl, inbegriffen.

Wir nutzen dieses Mal gerne die Vorteile des Freizeittickets und starten direkt beim Parkplatz in der Lizum. Unser erstes Ziel ist die Pleisenhütte, auch Bärenhütte (1840 Meter) genannt. Wir entscheiden uns, den ersten steilen Hang der Herrenabfahrt zu nehmen, halten uns aber an die Pistenregeln und marschieren Schritt für Schritt am rechten Pistenrand nach oben. Für alle Tourengeher, die es etwas gemütlicher angehen wollen, besteht die Möglichkeit, über den Ziehweg, später weiter über die Rodelbahn zur Pleisenhütte aufzusteigen.

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Den Track für die Tour finden Sie unter bit.ly/2C5aA4y

„Guten Morgen“, ruft uns Hüttenwirt Gerhard Freisinger schon aus weiter Ferne zu. Der Axamer, der mit seiner Frau Gudrun seit Jahrzehnten die Hütte betreibt, ist gerade damit beschäftigt, die Tische für seine Gäste im Freien vorzubereiten. Über Nacht hat es nämlich rund zehn Zentimeter Neuschnee gegeben.

„Bis später“, für den Einkehrschwung ist es noch zu früh, denn wir wollen zuerst zum Gipfelkreuz des Pleisen. Entweder nimmt man die Piste oder hält sich etwas rechts davon (nicht präpariert). Wir gehen so weit, bis wir auf einen Ziehweg, der unterhalb der Lawinenverbauungen liegt, treffen.

Diesem folgen wir nach rechts, also in Richtung Norden. Geradeaus, unterhalb des Pleisenliftes durch, und weiter über die Piste in einer langgezogenen Linkskurve bis hinauf zur Bergstation des Sesselliftes. Von dort geht es unschwierig hinauf zum bereits sichtbaren Gipfelkreuz des Pleisen auf 2236 Metern.

700 Höhenmeter sind geschafft. Eigentlich ist der Pleisen ein unscheinbarer Gipfel, der aber vom Panorama wirklich viel zu bieten hat. Im Norden liegt tief eingebettet das Inntal, nach Süden hin thronen nah und mächtig die Kalkkögel.

Nach dem Gipfelsieg kehren wir bei der Pleisenhütte, auch Bärenhütte genannt, ein.
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Wir haben diesmal nur den Pleisen als Gipfel gewählt. Wer aber weitere Gipfelkreuze sammeln will, der kann beim Aufstieg zum Pleisen gleich das Axamer Kögele (2100 Meter) mitnehmen und zudem vom Pleisen über den Grat noch hinüber zum Hoadl (2340 Meter).

Für uns reicht’s und es geht entlang der Aufstiegsspur zurück zur Pleisenhütte und wir kehren bei Gerhard und Gundi in der urigen und gemütlichen Gaststube ein, bevor’s wieder zurück ins Tal in der Axamer Lizum geht.

Übrigens: Die Pleisenhütte (geöffnet von 8 Uhr bis ca. 17.30 Uhr, bei Rodel-Gruppenanmeldung auch länger geöffnet) bietet sich auch hervorragend für eine Rodeltour an. Bei guter Schneelage sogar von Axams (6,8 Kilometer) aus, ansonsten, und vor allem für Familien mit Kindern geeignet (2,2 Kilometer), eben von der Axamer Lizum aus.

Zum Schluss noch ein Appell an alle, die demnächst hinauf zum Pleisen wollen oder irgendwo in einem Skigebiet eine Tour unternehmen wollen: Bitte haltet euch an die Regeln und respektiert auch die Anordnungen der Skigebiete.

In diesem Sinne, einen guten Rutsch ins neue Jahr und vor allem eine unfallfreie Tourensaison 2018. (flex)

Nach dem Gipfelsieg kehren wir bei der Pleisenhütte, auch Bärenhütte genannt, ein.Foto: privat
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