Letztes Update am Fr, 02.02.2018 16:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TT-Interview

Larissa Marolt: „Es macht Spaß, wenn man fies sein kann“

Larissa Marolt lässt sich mit einem Wort beschreiben: selbstbewusst. Warum? Es stört sie weder, wenn das ganze Filmteam zusieht, während sie emotionale Szenen dreht, noch wenn man sie als Zicke betitelt.

© ARD/Christof ArnoldLarissa Marolt ist als Ärztin Alicia Lindberg in der Telenovela "Sturm der Liebe" zu sehen.



Vom Laufsteg durch den Dschungel vor die Kamera: Larissa Marolts Karriereweg war bisher recht facettenreich. Zu ihrem Abstecher ins Dschungelcamp, wo sie 2014 den zweiten Platz belegte, wollte sich die 25-Jährige im TT-Interview allerdings nicht äußern.

Sie wirken wie eine sehr selbstbewusste, entschlossene Frau. Könnte das der Grund sein, warum Ihnen lange ein Zicken-Image anhing?

Ich bin in der Tat eine selbstbewusste, emanzipierte Frau, die auf eigenen Beinen steht und auch ungefragt sprechen darf. So wurde ich erzogen. Ich behaupte mich auch gegen Männer, die einer Frau nicht auf Augenhöhe begegnen. Wenn mich manche dann als „Zicke“ bezeichnen, bin ich gerne eine Zicke.

2009 wurden Sie durch den Sieg der ersten Staffel der Castingshow „Austria’s Next Topmodel“ berühmt. Heute scheint Ihnen das Schauspiel jedoch wichtiger zu sein als das Modeln – warum?

Der Fokus lag schon immer auf der Schauspielerei. Ich stand mit 14 Jahren bereits auf der Theaterbühne, habe später an einer Schauspielschule in New York studiert. Ich habe mein Ziel nie aus den Augen verloren. Trotz allem nehme ich noch Modeljobs an, wenn es meine Zeit zulässt.

Wie wichtig ist Ihnen privat Mode und hängt eine Modesünde in Ihrem Schrank?

Ich glaube, jeder hatte schon mal Modesünden im Schrank – manchmal werden sie ja auch wieder in (lacht). Privat bin ich eher der legere Typ. Ich mag es sportlich und klassisch.

Ihr schauspielerisches Talent zeigen Sie derzeit in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“, wo Sie die Ärztin Alicia Lindbergh spielen. Gibt es Aspekte, in denen Sie privat Alicia ähneln?

Alicia ist eine zielstrebige Frau, die auf ihr Bauchgefühl hört. Das ist eine Eigenschaft, die wir teilen. Bis jetzt hat mich mein Bauchgefühl auch nie getäuscht. Und wie sie bin ich eine leidenschaftliche Reiterin.

Inwiefern können Sie die Rolle der Alicia mitentwickeln?

Die Rollen sind sehr konkret, wenn man die Rollenbeschreibung bekommt. Daran kann man auch nicht groß etwas verändern. Aber als Schauspielerin ist es meine Aufgabe, die Rolle lebendig und mir zu Eigen zu machen.

Sie drehen von Montag bis Freitag und machen zwischendrin zusätzlich andere Jobs. Wie schaffen Sie es, in der wenigen Freizeit Ihren Text auswendig zu lernen?

Das ist alles eine Frage der Routine. Jeder entwickelt seine eigene Technik. Ich bin jemand, der chronologisch lernt, obwohl wir nicht chronologisch drehen. Wenn ich meine Bücher bekomme, lese ich sie einmal durch. Dann lerne ich immer einen Tag vorher noch einmal die Szenen, die anstehen. Manchmal reicht ein Durchgang, dann sitzt der Text schon.

Alicia muss sich zwischen den Männern Viktor und Christoph entscheiden. Welcher der beiden wäre privat Ihr Favorit?

Das kann ich gar nicht sagen. Ich habe großes Glück mit meinen Männern in der Serie. Beide sind hochprofessionell, liebenswert und attraktiv. Wir verstehen uns wirklich gut und unternehmen auch mal privat etwas. Ich bin froh, dass ich mich nicht zwischen ihnen entscheiden muss.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie mit einem der beiden sehr emotionale Szenen drehen, während dabei das gesamte Filmteam zusieht?

Bei unserem Arbeitspensum gewöhnt man sich schnell aneinander. Bei sehr emotionalen Szenen gibt es aber auch ein „Closed Set“, das heißt, dass nur ein kleiner Teil vom Team dabei ist.

Hätten Sie die Wahl, würden Sie gerne eine böse Rolle verkörpern?

Ich muss eine Rolle spannend finden – ob „gut“ oder „böse“ ist erst mal Nebensache. Es macht aber Spaß, wenn man mal richtig fies sein kann.

Haben Sie trotz der Dreharbeiten in München noch Zeit, Ihre Familie in Kärnten zu besuchen?

Leider nicht allzu viel momentan. Da bleibt oft nur das Telefon. Trotzdem habe ich einen engen Kontakt zu meiner Familie. Das brauche ich auch, sie erdet mich.

Am Klopeinersee betreiben Ihre Eltern ein Hotel. Hat sich Ihre Prominenz auf die Gästeschicht ausgewirkt?

Es kamen schon öfters Gäste, die nach mir gefragt haben.

Nehmen Sie es teils als störend wahr, wenn Sie im Alltag erkannt werden?

Wenn man in dieser Branche arbeitet, gibt man einen großen Teil seiner Privatsphäre auf. Natürlich gibt es Momente, in denen ich gerne anonym unterwegs wäre. Aber ich denke, in vielen Berufen muss man gewisse Opfer bringen.

Das Interview führte Judith Sam




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