Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.03.2018


Osttirol

Figurentheater „Fantasima“: Viel mehr als bloß Kinderkram

Puppenkünstler bringen in Lienz erneut mit ihren kleinen Protagonisten das Publikum zum Staunen, Lachen und Nachdenken: Von 16. bis 18. März locken die Figurentheatertage „Fantasima“ bereits zum 12. Mal.

© Stadtkultur Lienz



Von Claudia Funder

Lienz – Es hat schon so etwas wie Tradition, dass sich Puppenspieler einmal im Jahr in Lienz ein Stelldichein geben. Bald ist es wieder so weit: Von 16. bis 18. März machen es die Figurentheatertage Fantasima wieder denkbar leicht, den Alltag eine Weile hinter sich zu lassen und in eine kleine Welt der Fantasie einzutauchen.

Poetisches Spiel und temporeiche Stücke: Die 12. Lienzer Figurentheatertage Fantasima laden ein, die Nüchternheit des Alltags einige Tage außen vor zu lassen.Fotos: Stadtkultur Lienz
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Das dichte Programm, das die Lienzer Stadtkultur auf die Beine stellte, bietet 13 Stücke, die von neun Ensembles aus fünf Nationen in insgesamt 25 Vorstellungen präsentiert werden. Verzaubert wird erneut im Kolpingsaal und in der Musikschule.

Das Programm lässt einen vielseitigen Mix erwarten. Die Palette der Acts reicht von poetischen Momenten bis zu temporeichen, mit Witz vorgetragenen Stücken.

Diesmal sind alle Puppenspieler „Wiederholungstäter“. „War im Vorjahr der Fokus auf viele neue Ensembles gelegt, so gibt es heuer ein Wiedersehen mit den Künstlern der letzten zwölf Jahre“, verrät Heidi Fast, Leiterin der Stadtkultur Lienz. „Man könnte es auch Best-of nennen.“ Es habe im Vorfeld eine Fülle von Anfragen jener Künstler gegeben, die bereits da waren. „Sie kommen gern nach Lienz und fühlen sich hier sehr wohl.“

Es gibt also ein Wiedersehen mit alten Bekannten, etwa mit Fixstarter Matthias Kuchta alias Lille Kartofler aus Deutschland. Er hatte in der Künstlerriege den längsten Atem und war bisher bei jeder einzelnen Fantasima-Auflage in Lienz mit an Bord. „Wäre Lille Kartofler einmal nicht da, gäbe es wohl einen Aufschrei“, sagt Heidi Fast mit einem Schmunzeln. Publikumslieblinge gibt es mittlerweile aber etliche, etwa die Schweizerin Margrit Gysin.

Fast alle Fantasima-Vorstellungen werden kindgerecht serviert, die Altersgrenze nach oben ist natürlich offen. Denn was in den Anfangsjahren nur selten und zögerlich geschah: Längst wagen sich auch Erwachsene ohne junge Alibi-Begleitung in die Vorstellungen.

Zwei Stücke sind allerdings ausschließlich den Großen vorbehalten: „George & Fred“ handelt von zwei alten Schauspielern im Altenheim, die Shakespeare einstudieren. Das zweite Erwachsenen-Stück trägt den Titel „Der Nächste bitte oder Hypophyse an Kleinhirn“ und wird vom Dresdner Figurentheater auf die Bühne gebracht.

Auch wenn die diesjährigen Künstler alte Bekannte sind, gibt es doch kaum „Wiederaufnahmen“, sondern viele neue Stücke zu sehen.

Dabei fällt auf: Neben Märchen und dramatisierten Kinderbuchstoffen werden auch Themen aufgegriffen, die heute bewegen. „Die Figurentheaterkünstler sind nah am Zeitgeschehen und lassen Aktuelles in ihre Stücke fließen“, erklärt Heidi Fast. So werde in den Acts etwa die Flüchtlingsproblematik thematisiert. Das „Anderssein“ findet sich heuer mehrfach wieder, etwa auch im „Zwerg Nase“, geboten von der Theaterwerkstatt Dölsach, und im „Hässlichen Entlein“.

Es lohnt sich, viele Stücke zu besuchen. Es gibt nämlich günstige Tageskarten und der Festivalpass ermöglicht den Besuch aller Vorstellungen zum Preis von nur 32 Euro.

Zum Festival ist ein ausführlicher Folder erschienen, der unter anderem in der Lien­zer Liebburg und in der Stadtbücherei aufliegt. Detailinfos zu Programm und Künstlern sind aber auch unter www.stadtkultur.at/fantasima abrufbar.

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