Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.05.2018


Bezirk Schwaz

10.500 Schützen demonstrieren Einigkeit

Beim Alpenregionstreffen ziehen Tausende Schützen aus drei Nationen am Sonntag gemeinsam durch Mayrhofen.

© SandhoferDie riesigen Zelte für das Schützentreffen stehen bereits am Ortseingang von Mayrhofen.



Von Angela Dähling

Mayrhofen – Am 13. April 1975 hatten sich in der Dogana des Kongress in Innsbruck u. a. der Bund der Tiroler Schützenkompanien, der Südtiroler Schützenbund und der Bund der Bayerischen Gebirgsschützen versammelt, um gemeinsam ein Stück Geschichte zu schreiben. Unter der Patronanz der jeweiligen Landesväter und des damaligen Innsbrucker Bischofs Rusch schlossen sie sich zur Alpenregion der Schützen zusammen und festigten damit kameradschaftliche Bande über politische Grenzen hinweg.

43 Jahre später werden diese Bande eindrucksvoll in Mayrhofen präsentiert. Nicht zuletzt weil sich die Schützen als Förderer der Gemeinschaft, der Festkultur, der Traditionen und des Brauchtums sehen, wird das 25. Alpenregionstreffen dort ein Fest, das seinesgleichen sucht. 10.500 Schützen haben sich für das Treffen am 27. Mai angemeldet. Der Tourismusverband Mayrhofen-Hippach, der sich neben der Mayrhofner Schützenkompanie um die Organisation kümmert, musste einen Anmeldestopp verhängen. Sonst hätten die Festzelte, die ohnehin schon alle bisherigen Dimensionen sprengen, nicht gereicht, von anderen logistischen und sicherheitstechnischen Problemen einmal abgesehen. „Ein Fest dieser Größenordnung hatten wir noch nie“, sagt Projektleiterin Elisabeth Frontull vom TVB. Um kolportierte 70.000 Euro wurde eine Zeltstadt angemietet, deren Fläche größer ist als der Fußballplatz der Münchner Allianz Arena. Das größte Zelt ist mit 120 Metern um 40 Meter länger als das Gauderfestzelt, das ebenfalls in Mayrhofen aufgestellt ist. 5000 halbe Hendln, 15.000 Bierkrüge, über 200 Servicekräfte in den Festzelten, 150 Sicherheitskräfte und ein 186 Seiten dickes Sicherheitskonzept lassen so manche Kritiker von einem nicht enden wollenden Gigantismus im Zillertal sprechen.

Die Veranstalter lassen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Die Vorbereitungen dauerten schließlich zwei Jahre. Zwei Jahre, in denen der Mayrhofner Schützenhauptmann Gerhard Biller 5000 km durch den Alpenraum fuhr, um bei diversen Schützenversammlungen die Werbetrommel für das Alpenregionstreffen zu rühren. Und auch der Zillertaler Regimentskommandant Herbert Empl, der die Idee zu dem Alpenregionstreffen hatte, wurde nicht müde, überall auf die Großveranstaltung hinzuweisen, bei der nun 500 Kompanien aus dem Alpenraum zusammen feiern.

Der Tourismusverband hat rund um das Treffen gleich eine Stammgästewoche organisiert und stimmt seine Urlauber auf dem Festgelände diesen Samstag mit der Zillertaler Musikantenstarparade und dem Großen Österreichischen Zapfenstreich der Militärmusik Tirol als Auftakt dazu ein. Auch die Landjugend/Jungbauern lassen es im Vorfeld zum großen Alpenregionstreffen im Festzelt rocken.

Für die Schützen aber ist der Sonntag der Tag aller Tage, mit Feldmesse und großem Festumzug, wie es sich gehört. Das Organisationsteam ist derzeit dabei, letzte Details zu planen. Schließlich hat alles seine protokollarische Ordnung bei den Schützen. Und auch in der Politik.

Da zu den Ehrengästen Bundespräsident Alexander Van der Bellen, die Landeshauptleute Günther Platter (Nordtirol), Arnold Kompatscher (Südtirol), Ugo Rossi (Trentino) und der bayerische Staatsminister Georg Eisenreich zählen, wird nichts dem Zufall überlassen.