Letztes Update am Do, 07.06.2018 16:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bond-Museum im Ötztal

James Bond ist zurück in Sölden: Erster Blick ins 007-Museum

Noch gut einen Monat heißt es warten für alle Bond-Fans: Am 12. Juli wird die neue Erlebniswelt „007 Elements“ auf dem Gaislachkogel eröffnet. Die Sölder Bergbahnen haben einen zweistelligen Millionenbetrag in die Verwirklichung des cineastischen Denkmals investiert.

© Kristopher GrunertArchitektonisch zeichnet der Innsbrucker Johann Obermoser verantwortlich. Das unterirdische Innere wird die künftigen Besucher in neun Hallen und Kammern auf 1200 m² in eine völlig neue Welt des britischen Spions entführen.



Sölden — So etwas gibt es kein zweites Mal, schwärmt Jack Falkner, während er auf den nächsten dringenden Anruf wartet. Was für James Bond die Londoner Schaltzentrale des MI6 ist, das ist dieser Tage das Büro des Ötztaler Seilbahners für Fans der 007-Agentenfilme. Hoch über Sölden am Gaislachkogel ist in den vergangenen Monaten unter strengster Geheimhaltung — wie es sich gehört — die Bond-Erlebniswelt „007 Elements" entstanden. Absolutes Stillschweigen wurde von den ersten Besuchern eingefordert. Nichts durfte aus dem Inneren des Baus in die Öffentlichkeit dringen.

Doch nun, einen Monat vor der Eröffnung am 12. Juli, gewähren die Macher einen ersten Blick hinein in die künftigen heiligen Hallen für Bond-Fans:

Das Ambiente der „007 Elements“ am Gaislachkogel erinnert an das Quartier, das der MI6 nach „Skyfall“ und in „Spectre“ im Londoner Untergrund bezog.
- Kristopher Grunert

Gleich einem Geheimversteck verteilt sich die „Cinematique Installation" unterirdisch auf 1300 m². Eines wird gleich vorneweg klar: Auf einem Alpengipfel dieser Höhe ist es kalt, man befindet sich schließlich auf über 3000 Metern. Den Besuchern wird angeraten, warme Kleidung zu tragen — auch in Sommermonaten. Denn die Räumlichkeiten selbst sind aus Rücksichtnahme auf den sensiblen Permafrost unbeheizt.

Außergewöhnliche Kreativ-Köpfe haben in neun Hallen und Kammern eine fesselnde Komposition ausgebreitet, wie es sie weltweit bisher nicht gab. Neal Callow, Set-Designer der vergangenen vier Bond-Filme von „Casin­o Royale" bis zu „Spectre", hat in Sölden als Art Director streng über die Realisierung seiner künstlerischen Vision gewacht. „Es war das beste Projekt, das ich je hatte", schwärmt der 43-jährige Callow. Neben dem Briten war Timo Schedler von der amerikanischen Kreativ-Schmiede „Optimist Design" maßgeblich an der visuellen Umsetzung beteiligt.

Höchst professionell und mit Hilfe der kreativen Köpfe der letzten James-Bond-Filme wird der Gaislachkogel als Drehort von „Spectre“ in Szene gesetzt.
- Kristopher Grunert

Durch den „Barrel of the gun", den Revolverlauf, feuern die Schöpfer der Schau ihre Gäste in kleinen Gruppen in die Erlebniswelt. Der ballistische Gang zielt auf die betörende Eröffnungs-Sequenz aus „Spectre" ab — und er nimmt vorweg, welch architektonisches Gesamtkunstwerk hier geboten wird. Der Innsbrucker Architekt Johann Obermoser hat mit „007 Elements" ein Meisterstück museal-touristischer Präsentation geschaffen.

Wie viel haben sich die Bergbahnen das kosten lassen? „Einen doppelstelligen Millionenbetrag", bekennt Falkner jedem Interessierten. Merkt jedoch gleich an: „Aber nicht über 20." (TT, pascal)

Ein Blick in das „007 Elements“, einen neuen Tempel für alles rund um James Bond in Sölden.
- Kristopher Grunert