Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.06.2018


Bezirk Reutte

Tiroler Pedalritter schwächeln im Tannheimer Tal

Zum zehnten Mal fällt am 1. Juli der Startschuss für den Rad-Marathon Tannheimer Tal. Das Starterfeld ist groß, die Zahl der „heimischen“ Nennungen jedoch überschaubar.

© Marco FelgenhauerAm 1. Juli wird wieder kräftig in die Pedale getreten – von den Ambitionierten, um zu gewinnen, von vielen anderen nach dem Motto „Erlebnis vor Ergebnis“.Foto: Marco Felgenhauer



Von Simone Tschol

Tannheim – 2009 begann die Erfolgsgeschichte des Rad-Marathons Tannheimer Tal. Seither haben mehr als 13.000 Teilnehmer eine Achterbahnfahrt der Gefühle auf dem Rennrad durchlebt. Das muss gefeiert werden: Am 1. Juli wird der Rad-Marathon zehn Jahre alt und zum Jubiläum gibt es ein erweitertes Streckenangebot.

Neben der bewährten Königsdisziplin mit 220 Kilometern und 3500 Höhenmetern, der 130-Kilometer-Runde mit 930 Höhenmetern und der 85-Kilometer-Strecke mit 690 Höhenmetern macht heuer die 58-Kilometer-Strecke mit 400 Höhenmetern den Erlebnisradtag im Tannheimer Tal komplett. „Die neue Strecke ist für jeden geeignet und alle Arten von Fahrrädern dürfen starten“, erläutert der Chef des Organisationskomitees, Michael Keller.

Und die Erfolgsgeschichte geht auch heuer weiter. Knapp 1500 Nennungen sind bereits eingegangen. Keller rechnet damit, bis zum Startschuss auch heuer die 2000er-Marke zu knacken.

Dass nur wenige der Nennungen aus Tirol oder Österreich kommen, schreibt Keller einem Grund zu: „Tja, wir sind für die Innertiroler scheinbar zu weit weg vom Schuss. Das können wir bei allen Veranstaltungen beobachten.“ Von den bis Montagmittag gezählten 1456 Anmeldungen kamen 1322 aus Deutschland und nur 75 aus Österreich. Keller: „Rechnet man die 22 aus dem politischen Bezirk Reutte weg, bleiben gerade einmal 53 Anmeldungen von Österreichern übrig. Der Weg ins Tannheimer Tal muss schon brutal weit sein.“

Die Nachbarn aus Deutschland scheinen die Anreise nicht zu scheuen. Aufgrund der geografischen Nähe bilden die Pedalritter aus Baden-Württemberg mit derzeit 481 Nennungen und Bayern mit 319 Anmeldungen die größten Gruppen. Keller: „Aber das sind längst nicht alle. Die deutschen Bundesländer sind fast komplett vertreten. Wir haben sogar 19 Nennungen aus Berlin und neun aus Hamburg.“

Im Vorjahr waren 22 Nationen am Start. Darunter auch Belgier, Franzosen oder Schweizer.