Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.06.2018


Osttirol

Klettersteig bei Dolomitenhütte unter fünf Top-Routen

Eine Fachjury hat im Auftrag der Tirol Werbung die fünf attraktivsten Sportkletterrouten aus den rund 5000, die es in Tirol gibt, ausgewählt. Eine dieser „Great Lines“ ist unter der Dolomitenhütte angelegt.

© Tirol Werbung / Johannes MairJurymitglied Markus Schwaiger in der Great Line in Osttirol.Fotos: Johannes Mair



Von Christoph Blassnig

Lienz – Der Sommertourismus soll gesteigert werden. „Tirol war lange Zeit als das Rad- und Wanderland in den Köpfen unserer Gäste“, sagte Cornelia Rützler von der Tirol Werbung bei einem Besuch in Lienz. Beginnend mit dem Landeshauptmann wolle man Tirol auch als eine der Spitzen-Kletterdestinationen weltweit verankern, so Rützler. Um schon geübten und im Klettern bewandten Erholungssuchenden Tirol von seiner erlebnisreichen Seite zeigen zu können, hat man eine sechsköpfige Fachjury mit Namen wie Barbara Zangerl und Kilian Fischhuber um die Auswahl von fünf repräsentativen Kletterrouten in Tirol gebeten. Neben Seefeld, Wildem Kaiser und zweimal Ötztal hat auch Osttirol Eingang in die prominent vermarktete Klettersteig-Kampagne gefunden.

Die Route „Another Play in Paradise“ liegt direkt unter der Dolomitenhütte auf rund 1600 Metern Seehöhe. Gerr­y Unterassinger, der schon lange im Ausland lebt, hat sie bereits im Jahr 1990 erschlossen. Markus Schwaiger, Jurymitglied, Sportkletterer und in Innsbruck für den Alpenverein in der Abteilung Bergsport zuständig, beschreibt die ausgewählte Linie am Fels so: „Wunderschöne Kletterei an einer nach oben hin immer ausgesetzteren Wand. Homogen zu klettern, man will immer mehr.“ Insgesamt durchziehen 129 Kletterrouten die südseitig abfallenden Felswände unterhalb der knapp an einem Felsabbruch gelegenen Dolomitenhütte. „Vom Ausblick auf die imposanten Dolomitengipfel sollten sich Kletterer nicht allzu sehr ablenken lassen, wenn sie ,Another Play in Paradis­e‘ schaffen wollen“, heißt es in der Routenbeschreibung. Im oberen Teil mit typischem Hochgebirgskalk folgen technisch anspruchsvolle Passagen, die vorbildlich mit Bohrhaken abgesichert seien.

Die Länge der Osttiroler „Great Line“ beträgt 35 Meter im Schwierigkeitsgrad 7c.

„Das Naturerlebnis zählen viele Kletterer zu ihren Hauptmotiven“, erklärte Rützler. Tirol habe das Potenzial, das Aushängeschild für das im Breitensport angekommene Klettern zu werden.




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