Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.07.2018


Tourentipp

Der Hamberg als traumhafter Aussichtsberg

Eine gemütliche Wanderung führt auf den Hamberg am Eingang des Zillertals. Allerdings geht es nicht von Hart aus hinauf, sondern von Stummerberg.

© RappDas Gipfelkreuz des Hamberg ist beeindruckend hoch.



Von Irene Rapp

Stumm – Gleich am Eingang des Zillertals kann man diese Erhebung auf der einwärts fahrenden linken Talseite nicht übersehen: Der Hamberg ist zwar mit 2095 Metern nicht besonders hoch, allerdings mit seinem Gipfelkreuz weithin sichtbar. Auf den höchsten Punkt kann man u.a. von Hart aus gehen, die Landjugend Hart hat auch das Gipfelkreuz aufgestellt. Wir jedoch sind diesmal quasi von der Rückseite auf den Berg. Vom Stummerberger Ortsteil Gattererberg aus waren dafür rund 900 Höhenmeter auf angenehmen und wenig anstrengenden Wegen zu bewältigen.

So kommt man hin: Ins Zillertal und von dort bis Stumm, der Heimat von Ex-Skirennläufer Stephan Eberharter. In den Ort, bei der ersten Abzweigung links halten und dann immer hinauf Richtung Stummerberg.

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Den Track für die Tour finden Sie unter www.tt.com/lebensart oder direkt unter http://bit.ly/2mupVBN

Bei einer Abzweigung Richtung „Gattererberg“ abbiegen, dann auf schmalen Bergstraßen so lange weiter, bis man beim Gasthaus Almluft landet. Dort findet sich ein Parkplatz (siehe Infokasten unten), auf dem das Fahrzeug abgestellt werden kann.

Zunächst kurz auf einer Asphaltstraße taleinwärts, dann wird diese zum Forstweg. Überraschend, wie weit und teilweise eben hier wieder das Tal wird – der so genannte Märzengrund – während man bei der Fahrt herauf den Eindruck hatte, dass es nur steil und eng ist.

Zunächst geht es gemütlich ansteigend auf dem Forstweg hinauf, mal talauswärts mit Blick auf das Zillertal, dann wieder taleinwärts mit Blick auf Almgelände und Almen.

An jeder Wegteilung finden sich Wegweiser (man merkt, dass man in einem touristisch hoch frequentierten Gebiet unterwegs ist), verirren ist also nicht möglich. Das Wasser des Märzenbaches rauscht laut und dass dieser Weg als Rodelbahn genützt wird, zeigen Leuchten am Wegrand. Betreiber der knapp drei Kilometer langen Strecke im Winter ist Johannes Bichler, der auch für das Gasthaus Almluft zuständig ist. Sein Haus auf 1200 Metern ist übrigens das letzte dauerhaft besiedelte Gebäude auf dieser Seite von Stummerberg.

Nach der dritten Wegteilung und rund 50 Minuten Gehzeit verlässt man den Forstweg und steigt rechts auf einen Steig in den Wald hinein (Wegweiser). Zunächst leicht ansteigend hinauf, dann gelangt man zu einer freien Almfläche mit einigen Gebäuden, wo am Wochenende gerade Gras gemäht worden war.

Links an der ersten Hütte vorbei und auf einem Steig entlang der Wiese Märzengrund-einwärts wieder in den Wald. Nicht lange und man erreicht eine zweite freie Fläche mit der Steinberghütte. Der Weg führt zwischen den zwei kleinen Gebäuden (Wegweiser) durch und dabei sollte man einen Blick auf den Holzbrunnen werfen, denn dieser hat ein „Gesicht“.

Langsam erreicht man baumloses Gelände. Auf gutem Steig immer aufwärts, mitunter ist man auf Blockwerk unterwegs, ober einem sieht man Lawinenverbauungen und dann biegt man quasi ums Eck und hat erstmals auch das vordere Zillertal unter sich. Befindet man sich auf Höhe der Lawinenverbauungen, ist der Hamberg-Gipfel nicht mehr weit.

Leicht eben geht es die letzten Meter bis zum Gipfelaufbau dahin, ideales Spielgelände, wenn man mit größeren Kindern unterwegs ist. Erst auf den letzten Metern präsentiert sich der Hamberg anspruchsvoller: Dann muss nämlich Blockwerk überwunden werden, wobei man schon einmal die Hände verwenden kann. Der Gipfel, den man nach rund 2,5 Stunden erreicht, befindet sich auf Harter Gemeindegebiet, die Stummerberger Gemeindegrenze verläuft oberhalb der Steinberghütte.

Auf den letzten Metern gilt es, Blockwerk zu „besteigen“. Vom Gipfel aus hat man dann traumhafte Ausblicke etwa ins vordere Zillertal bzw. das Inntal bis zum Achensee.
- Rapp

Das Gipfelkreuz des Hamberg ist beeindruckend hoch, „das hat die Landjugend Hart aufgestellt, sicher schon vor 15, 20 Jahren“, weiß Georg Danzl, Bürgermeister von Stummerberg. Das Gipfelbuch bietet kaum mehr Platz für Eintragungen, ein Beweis, dass der Hamberg ein beliebtes Ziel ist. Von hier aus könnte man auch weiterwandern: in Richtung Nordosten u.a. auf Standkopf/Sagtaler Spitze (2241 m), der erste von vier Köpfen, gefolgt vom Tapen- (2206 m) sowie Gams- (2205 m) und Dristenkopf (2198 m). Dabei handelt es sich um eine schöne Kammwanderung.

Blick in den Märzengrund.
- Rapp

Wer will, kann aber auch stundenlang die Aussicht vom Hamberg aus genießen. Denn der Traum-Aussichtsberg bietet eine Rundumsicht, die seinesgleichen sucht. Wieder ins Tal geht es dann auf dem Aufstiegsweg. Immer wieder kann man dabei die tollen Blicke in den Märzengrund genießen: Felix Mitterer hat übrigens im gleichnamigen Theaterstück die wahre Geschichte eines Mannes beschrieben, der einst der Zivilisation den Rücken kehrte und jahrelang hier fernab lebte. Vorstellen kann man es sich, und dann doch wieder nicht. Beim Gasthaus Almluft kann man noch einen Naturlehrpfad besuchen, wenn man will. Einen Bienenlehrpfad will Johannes Bichler bald eröffnen.

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