Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.07.2018


Osttirol

Biken mit Blick auf den Glockner

Mountainbiker und Downhill-Radler haben im neuen Bikepark in Kals genug Platz zum Austoben. Am Freitag wurde er von Rad-Artist Fabio Wibmer eröffnet. Obertilliach will mit einem Bikepark nachziehen.

© OblasserBike-Artist Fabio Wibmer (Mitte), sein Cousin Johannes Wibmer (l.) und Fabios Biker-Kollege Elias Schwärzler eröffnen den Kalser Bikepark.



Von Catharina Oblasser

Kals – Radfahrer, oder besser gesagt „Biker“, gelten als aussichtsreiche Zielgruppe – auch in Osttirol. In Kals gibt es einen neuen Bikepark, in dem die Trendsportler sich austoben können. Vorgestellt wurde das Projekt von TVB-Obmann Franz Theurl, Koordinator Robert Trenkwalder, der Kalser Bürgermeisterin Erika Rogl und Heinz Schultz, der die Kalser Bergbahnen betreibt. Als Stargast war der gebürtige Kalser Fabio Wibmer mit dabei. Der 23-Jährige gilt als Rad-Akrobat und ist in den sozialen Netzwerken einer der beliebtesten Biker.

Im neuen Bikepark fahren die Radler mit der Gondel von der Talstation in Kals-Großdorf (1364 Meter) hinauf zur Adler-Lounge (2421 Meter). Bergab geht es über drei neu geschaffene Trails. „Das Herzstück ist der Adlertrail, der von der Bergstation über 3,7 Kilometer und 420 Höhenmeter bis zur Mittelstation führt“, erklärt Trenkwalder. Die Strecke ist mittelschwer. Weiter geht es über den schwierigen Gornerwald Trail, auf dem man 4,76 Kilometer und 700 Höhenmeter überwinden muss. Das letzte Teilstück führt parallel zum Übungslift mit wenig Steigung über die Temblerfelder. Es eignet sich auch zum Üben und Perfektionieren der Fahrkünste. Wer selbst keine Ausrüstung mitbringt, kann alles bei der Liftstation ausleihen.

„Der neue Bikepark ist einmalig, weil er als einziger in Österreich den Blick auf 63 Dreitausender bietet“, freut sich Schultz über das neue Angebot in seinem Skigebiet. Auch Wibmer findet: „Das Panorama ist ein Hammer.“ Und Trenkwalder hebt hervor, dass Kals im Gegensatz zu ähnlichen Destinationen nicht überlaufen sei.

Theurl betont, dass Osttirol weiterhin auf den Radsport setzen will. „Besonders wichtig ist uns, Kollisionen zwischen Wanderern und Bikern zu verhindern. Die neuen Trails in Kals verlaufen abseits der Wanderwege, damit die Bergsteiger sich nicht ständig vor Radlern in Acht nehmen müssen“, so der TVB-Obmann.

Die Kosten des Parks betragen rund 420.000 Euro. 70 Prozent übernahm das Land Tirol, 20 Prozent der TVB Osttirol und zehn Prozent die Gemeinde Kals. Obertilliach will bald nachziehen. Im Bereich der Obertilliacher Bergbahn soll ebenfalls ein Bikepark entstehen, sagt Bürgermeister Matthias Scherer.