Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.08.2018


Innsbruck-Land

,,Umweltbaustelle“ des Alpenvereins: Für Freiwillige ist Weg das Ziel

Zwölf junge Ehrenamtliche helfen derzeit im Mieminger Gebirge tatkräftig bei der Sanierung von Steigen mit.

© Alpenverein/NetolitzkyBei der „Umweltbaustelle“ rund ums Alpl-Wetterkreuz beweisen die Freiwilligen vollen Einsatz.



Telfs – Sie sind neun Frauen und drei Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren, kommen aus Telfs, Wien, der Steiermark oder sogar Barcelona – und greifen derzeit in luftiger Höhe zu Spitzhacke und Schaufel. Im Zuge einer „Umweltbaustelle“ des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) im Mieminger Gebirge leisten zwölf Freiwillige noch bis Samstag wertvolle Hilfe beim Sanieren von alpinen Steigen.

Schon das vierte Jahr in Folge findet dieses Projekt rund um das bekannte Alpl-Wetterkreuz auf fast 2000 m Seehöhe statt. Heuer gilt es, zwei Wegabschnitte des Aufstiegs zu sanieren bzw. neu anzulegen. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits der unterste und oberste Teil des Weges instand gesetzt worden waren, ist nun der mittlere Teil an der Reihe. „Der Steig ist durch seine Steilheit und das Kalkgestein besonders erosionsgefährdet“, erläutert Andreas Bstieler, Erster Vorsitzender des Alpenvereins Sektion Hohe Munde und Hauptorganisator der Umweltbaustelle. „Und wenn ein Steig in keinem guten Zustand ist, kann sich der Wanderer nicht auf die Natur und das Panorama konzentrieren.“ Insgesamt betreue die Sektion 143 km an Steigen in der Region.

Fachliche Unterstützung erhalten die Freiwilligen vor Ort von den Experten Andi Schatz und Martin Haslwanter, beherbergt werden sie in der „Neuen Alplhütte“ von Familie Thurnbichler (1504 m) – und betreut von Projektleiter Helmut Maier. Dieser lobt die „sensationelle Stimmung“ in der Gruppe: „Alle sind sehr engagiert und unkompliziert.“

Hauptmotivation für die Teilnahme an der Umweltbaustelle (bei der u. a. auch die Marktgemeinde Telfs und die Bergrettung mitwirken) sei, dass die Freiwilligen „der Natur etwas zurückgeben wollen“, betont Bstieler.

Am heutigen Freitag helfen sie daher auch beim Aufforsten eines nahegelegenen, durch Windwurf geschädigten Waldstücks mit. Sie setzen 500 Fichten und Lärchen – und zugleich Maßnahmen gegen Wildverbiss. Für einen zusätzlichen Aspekt sorgt heuer Birgit Kantner vom Team Raumplanung und Naturschutz beim ÖAV: Die Freiwilligen können gemeinsam in das Projekt „Vielfalt bewegt! Alpenverein“ hineinschnuppern. Dabei geht es um die Beobachtung und Dokumentation von 20 Tier- und Pflanzenarten, über die es im Gebirge noch sehr wenig Datenmaterial gibt. (md)

Bei der „Umweltbaustelle“ rund ums Alpl-Wetterkreuz beweisen die Freiwilligen vollen Einsatz. Foto: ÖAV/Netolitzky
- Alpenverein/Netolitzky

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