Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.09.2018


TT-Tourentipp

Spronser Seenrunde: Seen so weit das Auge reicht

Fast magisch wirkt diese Wanderung in Südtirol: Denn die Spronser Seen oberhalb von Meran liegen in einer Landschaft, die wie von Zauberhand geschaffen wirkt. Die Runde kann man beliebig kürzen.

© privatDer Langsee ist der größte der Spronser Seen.



Von Irene Rapp

Algund-Vellau – Es gibt Fleckchen auf dieser Welt, die ziehen einen sofort in den Bann. Die Spronser Seenrunde oberhalb von Meran fällt in diese Kategorie. Zehn hochalpine Bergseen liegen hier in unmittelbarer Nähe auf einer Höhe zwischen 2117 und 2589 Metern. Dazu kommt eine Landschaft, in der Riesen mit Felsblöcken Ball gespielt zu haben scheinen. Die komplette Runde, die wir gegangen sind, ist mit rund 14 Kilometern und 1200 Höhenmetern ein wenig fordernd, man kann aber auch nur bis zum ersten See – dem Langsee – gehen und dann wieder retour.

So kommt man hin: Von Meran aus steuert man Algund an und hier den Ortsteil Vellau. Es geht durch zahlreiche Obstplantagen ziemlich kurvenreich den Berg hinauf, bis zur Station vom Vellauer Korblift beim Gasthaus Gasteiger. Und der Name ist schon Programm: Der Vellauer Korblift wirkt wie aus einer anderen Zeit, zu zweit steht man in den kleinen, nicht überdachten Gondeln. Beim Ein- und Aussteigen wird einem vom Personal geholfen.

Mit dem Lift geht es zunächst zur am Meraner Höhenweg gelegenen Leiteralm und während der Fahrt kann man schon die Ausblicke auf den Meraner Talkessel genießen. Knapp unterhalb der Alm auf 1522 Metern Höhe steigt man aus, durch lichten Wald geht es bis zu der Einkehr und von dort links gleich wieder in den Wald hinein (Wegweiser).

Zunächst steil hinauf. Auffallend ist, dass der Weg immer wieder mit Steinplatten versehen wurde. Die einen werden dieses „Gepflasterte“ mögen, die anderen nicht. Der Wald spendet auf dem südlich ausgerichteten Weg viel Schatten, man geht in nordwestlicher Richtung zum Hochganghaus (1839 m).

Nach dem ersten Steilstück wird es flacher, einen Graben passiert man auf der 2011 errichteten Spannbandbrücke, die 52,5 Meter lang ist. Nach ca. 1,5 Stunden hat man dann das Hochganghaus erreicht, hier hoppeln Hasen und fliegen Hennen umher, eine kurze Einkehr bietet sich an.

Tourentipp online

Den Track für die Tour finden Sie unter www.tt.com/lebensart oder direkt unter go.tt.com/2PBL35k

Weiter geht es in nordwestlicher Richtung zur Hochgangscharte (2444 m). Langsam lässt man den Wald hinter sich, man sieht schon auf das Vinschgau hinunter und wieder bewegt man sich vielfach auf „künstlichen“ Stufen. Schwierig zu gehen ist der Aufstieg also nicht, nur ein wenig steil wird es wieder und ein-, zweimal finden sich seilversicherte Stellen, die es nicht wirklich brauchen würde. Steht man dann auf der Scharte und macht einen Schritt nach Norden, folgt der Aha-Effekt: Unter einem liegt der größte der Spronser Seen in der Texelgruppe – der Langsee: auf 2384 Metern gelegen und links und rechts von grüngrauen Bergen umrahmt, in seinen Gewässern tummeln sich Saiblinge, und die kann man auch teilweise vom Ufer aus sehen.

In westlicher Richtung ginge es übrigens zu den Milchseen, in östlicher Richtung in einer halben Stunde zur Spronser Rötlspitze. Wir allerdings sind auf dem markierten Weg zum Langsee abgestiegen und an dessen Westufer entlang.

Die Landschaft ist karg, aber faszinierend, viel Blockwerk liegt herum, dass der See schon einmal höher war als in diesem niederschlagsarmen Sommer, sieht man auch. Am nördlichen Ende des Langsees angekommen steigt man dann in fünf Minuten ab zum nächsten Gewässer – dem Grünsee, der diesen Namen zu Recht trägt. Der Wasserfall dahinter führt übrigens von einem weiteren See herab, dem Schwarzsee, den man allerdings auf dieser Runde nicht sieht.

Zunächst muss man am Hochganghaus vorbei.
- privat

Durch schönes Almgelände wandert man nun abwärts, vorbei geht es an einem rauschenden Wasserfall und den Resten der einstigen Meraner Hütte, unter einem sieht man dann schon Kasersee und Pfitscher See. Vorher erreicht man in einem großen Kessel jedoch die Oberkaser Alm (2131 m), die mit großer Terrasse zur Einkehr einlädt.

Dann vorbei an den beiden kleineren Seen mit viel Schilf, man kommt zum Pfitsch Jöchl und steigt von dort zunächst kurz hinab. Nach rund 20 Minuten teilt sich bei einem markanten Felsklotz der Weg, man hält sich rechts Richtung Taufenscharte – das steht übrigens auch auf dem Felsen.

Zuvor muss man noch im Korblift zur Leiteralm fahren.
- privat

Nun stetig ansteigend hinauf, bis man das Schartl erreicht hat. Ein Wegweiser gibt die Zeit bis hinab zur Leiteralm vor – 1,20 Stunden.

Nun zunächst ziemlich steil in vielen Kehren hinab, vorerst noch im baumlosen Gelände, dann erreicht man den Wald. Unter einem sieht man wieder in das Vinschgau hinab sowie die Kuh-Alm. Bei dem Hinweisschild zur Kuh-Alm hält man sich jedoch links, dieser Weg mündet wieder in den Aufstiegsweg knapp oberhalb der Leiteralm ein. Nun auf dem bekanntem Weg retour und mit dem Korblift wieder zum Ausgangspunkt. Fazit: Die Runde ist ein Traum!

Der Langsee (1) ist der größte der Spronser Seen. Zunächst muss man jedoch am Hochganghaus vorbei (2) und zuvor noch im Korblift (3) zur Leiteralm fahren.Fotos: Zuech, Rapp
-



Kommentieren


Schlagworte


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Osttirol
Osttirol

Iseltrail führt Wandergäste zu verborgenen Schönheiten

Der TVB plant einen Weitwanderweg von der Mündung zur Quelle der Isel. Der Trail soll unzugängliche Plätze voller Charme erschließen.

Bezirk Kitzbühel
Bezirk Kitzbühel

Schlittenhundecamp im Pillerseetal: 4000 Pfoten im Schnee

Schlittenhunde und ihre Musher aus 14 Staaten werden im Jänner im Pillerseetal erwartet. Neben spannenden Rennen steht auch ein Schlittenhunde-Kurs am Progra ...

Opernball 2019
Opernball 2019

Donatella Versace entwarf Tiara der Debütantinnen

380 Swarovski-Kristalle zieren das exklusive Krönchen, das von der Oper „Das Rheingold“ inspiriert sein soll.

Großbritannien
Großbritannien

Wie Londoner aufs Klo gehen: Vom „großen Gestank“ zur WC-App

Immer weniger öffentliche Toiletten in London: Als die US-Amerikanerin Rachel nach London zog, fand sie kaum ein kostenloses Klo in der Stadt. Seitdem bietet ...

Bezirk Kufstein
Bezirk Kufstein

Holländer will Meister im Krippenbau werden

In vielen Werkstätten wird derzeit eifrig gebastelt, geklebt, gebaut und gemalt. Denn schon bald ist es Zeit, die Weihnachtskrippen aufzuste...

Weitere Artikel aus der Kategorie »