Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.09.2018


Bezirk Kitzbühel

Kein Hindernis ist den 10.000 Spartanern zu groß

Erneut findet in der kleinen Gemeinde Oberndorf vom 7. bis 9. September die teilnehmerstärkste Sportveranstaltung Tirols statt.

© Spartan RaceBeim Spartan-Race 2017 mussten sich die Teilnehmer wieder durch den Matsch kämpfen.



Von Michael Mader

Oberndorf – Nicht erst, wenn am Freitag der antik­e Schlachtruf „Aroo! Aroo! Aroo!“ in Oberndorf ertönt, weiß man in der Gemeinde, dass die Spartaner wieder da sind. „Schon seit dem Frühjahr sind wir unter anderem mit der Streckenregelung beschäftigt. Die intensive Phase vor Ort beginnt dann 14 Tage vor dem Rennen und auch noch 14 Tage nach dem Rennen“, weiß Gernot Riedel, Geschäftsführer des Tourismusverbands Kitzbüheler Alpen St. Johann. Wiewohl er auch betont, dass der TVB nicht der Veranstalter des teilnehmerstärksten Sportevents in Tirol ist. Gemeinsam mit der Gemeinde tritt er aber als Hauptsponsor auf, wobei 80.000 der 110.000 Euro vom TVB kommen.

Das Spartan Race wurd­e ursprünglich in Vermont (USA) ins Leben gerufen, um die Faszination des Obstacle Course Racing (also des Hindernislaufs) zu verbreiten. Mittlerweile gibt es weltweit 130 Rennen in 15 Ländern auf allen Kontinenten mit mehr als einer Million Teilnehmern. Riedel: „Im deutschsprachigen Raum sind wir die Größten. Größer als München, Köln oder Wien.“ Und so beherbergt die Region in diesen Tage das Zehnfache ihrer Einwohner an Athleten und Besuchern aus der ganzen Welt. „Wir erwarten heue­r über 10.000 Teilnehmer aus 40 Nationen beim Sparta­n Race Oberndorf. Über 60 Prozent der Teilnehmer nehmen eine oder mehrere Begleiter mit, die in der Region für 20.000 zusätzliche Nächtigungen sorgen,“ sagt Organisationschef Helge Lorenz. Die Umwegrentabilität durch das Spartan Race Oberndorf für die Region, die vor allem vom Wintertourismus mit Alpin-Sportlern lebe, betrage stolze 1,5 Millionen Euro.

„Die 20.000 Personen nächtigen zwar nicht nur bei uns, sondern auch in Kitzbühel, dem Brixental und im Gebiet des Wilden Kaisers, aber beim Hahnenkammrennen zum Beispiel ist es ja auch wieder umgekehrt. So profitiert jeder vom anderen“, freut sich Riedel. Die ausklingende Sommersaison sei ein guter Zeitpunkt für diese Veranstaltung, bei der die Spartaner Holzwände oder die „Tyrolean Traverse“ überwinden, durch Schlammgruben und unter Stacheldraht kriechen müssen. Aber auch Speere werfen, Ketten schleppen oder über die „Feuer-Ziellinie“ springen gehört zum Repertoire der Hindernisläufer.

Bevor es für die erwachsenen Teilnehmer am Samstag und Sonntag zur Sache geht, wagen sich am Freitag die jüngsten Spartaner über Stock, Stein, Schlamm und jede Menge Hindernisse – für die SOS-Kinderdörfer. Darunter auch 14 Kinder aus den SOS-Kinderdörfern Seekirchen und Nußdorf-Debant.