Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 29.10.2018


EXKLUSIV

Telfs fiebert dem Tirolerball entgegen

Eine vielfältige Gemeinde, die Tradition und Modernität vereint – so möchte sich Telfs als Ausrichter des Society-Highlights in Wien präsentieren. 300 Aktive gestalten die Ballnacht, der Organisationsaufwand ist immens.

null

© MG Telfs/Dietrich



Von Michael Domanig

Telfs – Der 12. Jänner 2019 ist für Telfs ein ganz großer Tag: Denn die Marktgemeinde tritt – zum dritten Mal nach 1983 und 2001 – als Ausrichterin des Tirolerballs im Wiener Rathaus auf. Die Vorbereitungen für das Ball-Highlight, wie immer veranstaltet vom Tirolerbund in Wien, laufen auf Hochtouren – und das schon seit gut eineinhalb Jahren, wie BM Christian Härting berichtet. Schon beim Ball 2018, der von den Gemeinden des Stanzertals ausgerichtet wurde, war eine Telfer Abordnung vor Ort, um kräftig die Werbetrommel zu rühren.

Für die Ausrichter ist der Ball eine Mammutaufgabe: Das eigens gegründete Organisationskomitee wurde in Schwerpunktgebiete wie Marketing, Dekoration oder Mitternachtseinlage unterteilt. Zahlreiche Mitarbeiter der Marktgemeinde – unter der Gesamtkoordination von Referatsleiter Christian Santer – arbeiten daran, natürlich in ständigem Austausch mit dem Tirolerbund in Wien.

Zu koordinieren und organisieren gibt es viel: Immerhin wirken an der Gestaltung des Balls rund 300 Aktive von Telfer Vereinen, Schulen und Institutionen mit – darunter Marktmusikkapelle, Schützen, Männergesangsverein oder die Telfer Chöre. Für den Auftanz wird, nach dem Einzug mit Fahnenabordnungen, der Trachtenverein Obsteig sorgen, dem viele Telfer angehören. Auch und gerade bei der Mitternachtseinlage wird dann alles „aufgefahren“, was man mit Telfs verbindet – Gruppen der Telfer Fasnacht, die die Faszination des Schleicherlaufens vermitteln sollen, die Tiroler Volksschauspiele, die „Telfs Patriots“ mit Footballern und Cheerleadern, dazu Schüler der Polytechnischen Schule Telfs oder auch „PANergy“, das Steeldrum-Orchester der Musikschule Telfs.

Welches Bild die Marktgemeinde auf dieser großen Bühne von sich selbst zeichnen will? Für Gesamtkoordinator Santer ist klar: „Wir wollen nicht nur Tradition vermitteln, sondern den Bogen zur Moderne spannen.“ BM Härting verweist hier auch auf das Motto des Balls, das Dialekt und Englisch vereint: „TELfs calling ... Kimmsch mit?“ Es gehe darum „zu zeigen, wie vielseitig Telfs ist“, als Sport- und Kulturgemeinde, Bildungszentrum, Standort der „Friedensglocke“ und mehr. Die Buntheit des Ortes sollen beim Einzug auch „Nationen-Luftballons“ demonstrieren. Zudem wolle man die Verbindung zu Südtirol betonen, sagt Härting: Daher spielen beim Ball Musikanten aus der Südtiroler Partnergemeinde Lana zusammen mit der Marktmusikkapelle auf. Insgesamt sind sieben Musikensembles aus der Region mit von der Partie. Der Moderator des Abends wiederum kommt aus der Telfer Nachbargemeinde Pfaffenhofen – niemand Geringerer als Gregor Bloéb.

Zuletzt schaute sich am 22. Oktober eine Telfer Delegation die riesige Location im Rathaus noch einmal genau an, organisatorische Details wurden vor Ort geklärt – vom Catering „bis hin zur simplen Frage, wo die Stromanschlüsse sind“, erklärt Santer. Auch weitere Schauplätze in Wien wurden inspiziert: Schließlich gilt es nicht nur den Ball selbst zu gestalten, sondern am nächsten Tag auch die Kranzniederlegung am Südtiroler Platz und die große Festmesse im Stephansdom: „Bischof Hermann Glettler hat bereits zugesagt, die Messe gemeinsam mit dem Telfer Dekan Peter Scheiring und Dompfarrer Toni Faber zu zelebrieren“, freut sich Härting.

60.000 Euro nimmt die Marktgemeinde für das Groß­ereignis in die Hand, zudem sei es gelungen, viele Sponsoren zu gewinnen, sagt Härting. Er hofft nun auf viele Mitfeiernde aus Tirol – rund 250 hätten sich bereits angemeldet, alle Tiroler Gemeinden wurden angeschrieben. Der Bürgermeister legt die Latte hoch: In Summe hoffe man auf rund 2000 Ballbesucher.