Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 31.10.2018


Osttirol

Gruseln mit Stil: Schnitzer zeigen ihre Krampusmasken

Am Wochenende gibt es Larvenausstellungen in Tristach, Thurn und Assling. Jeder Schnitzer hat bei der Gestaltung seinen eigenen Stil.

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© Krampusse Tristach



Von Catharina Oblasser

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Tristach, Thurn, Assling – Bevor das Krampustreiben Ende November richtig beginnt, werden erst einmal die wichtigsten Attribute eines wilden Gesellen präsentiert: die Krampusmasken, meist „Larven“ genannt. Am kommenden Wochenende ist es in drei Osttiroler Gemeinden so weit: In Tristach werden die Larven im Freien auf der Tristacher Tratte ausgestellt, und zwar am Samstag, 3. November, und am Sonntag, 4. November, jeweils von 16 bis 20 Uhr. In Thurn beginnt die Schau am Freitag, 2. November (14 bis 22 Uhr), sie geht am Samstag und Sonntag (jeweils ab 10 Uhr) weiter. Ort ist der Eggerhof im Ortsteil Prappernitze. Die Asslinger eröffnen ihre Schau, die mit einer Krippenausstellung kombiniert ist, am Freitag, 2. November, um 16 Uhr im Laner Stodl im Ortsteil Bannberg. Am Samstag und Sonntag ist jeweils ab 14 Uhr geöffnet.

Die Schottseitner Krampusse aus Tristach haben die Freiluft-Larvenausstellung schon 2015 durchgeführt. „Es ist super angekommen“, sagt Vereinsobmann Mario Unterluggauer. „Deshalb gibt es heuer eine Wiederholung.“ Mehr als 100 gruselige Gesichter, furchteinflößende Fratzen und andere dämonische Darbietungen warten auf die Besucher. Einer der Schnitzer ist Stefan Staffler, der auch eine Larve für eine Verlosung zur Verfügung stellte. Er schnitzt seit gut 20 Jahren Krampusmasken. Seinem Stil sei er immer treu geblieben, erzählt Staffler. „Ich mache keine Kopien von anderen, sondern ich fange einfach mit dem Holzstück an. Das Aussehen der Larve ergibt sich im Lauf meiner Arbeit.“ Düstere Farben verleihen der Maske das unheimliche Aussehen.

Anders bei Schnitzer Marco Gander aus Thurn. Er lässt sich bei der Arbeit von Filmen oder Science-Fiction-Geschichten inspirieren. Auch Larven von anderen Schnitzern dienen ihm als Anregung. „Mein Stil geht eher ins Moderne“, erzählt der junge Thurner. Bei der Ausstellung im Eggerhof sind neben Ganders Larven an die 150 weitere Exponate von Schnitzern aus Osttirol und Oberkärnten zu sehen.

Marco Unterweger ist Obmann der Krampusgruppe Assling und schnitzt auch selbst. Menschliche Fratzen, Totenschädel, aber auch Tierisches fänden sich in seiner Arbeit wieder, meint Unterweger. „Wir werden bei der Ausstellung in Bannberg etwa 70 Larven zeigen“, sagt er. Darunter sind auch ältere Exemplare, wie man sie früher herstellte. „Der Unterschied liegt unter anderem im Gewicht“, so der Obmann. Das ist in den letzten Jahrzehnten von fünf bis sechs Kilo auf ein Kilo oder weniger geschrumpft.

Ein Grund dafür ist laut Stefan Staffler, dass leichte Larven handlicher und praktischer sind, wenn es beim Krampuslauf rau zugeht.