Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.11.2018


Bezirk Landeck

Heißer Sommer bremste Andrang auf Schlossmuseum in Landeck

Bezirksmuseumsverein Landeck ist mit 17.000 Besuchern dennoch

zufrieden. Beim „Cultura-Raetica-Treffen“ war Vernetzung angesagt.

Anna Mitterer und Kulturreferent StR Jakob Egg bei der finalen Ausstellung „Chryseldis in memoriam“.

© GeigerAnna Mitterer und Kulturreferent StR Jakob Egg bei der finalen Ausstellung „Chryseldis in memoriam“.



Von Helmut Wenzel

Landeck – Die größte Kultureinrichtung im Bezirk macht derzeit Pause, mit dem Tag der offenen Tür am Nationalfeiertag endete die Saison im Schlossmuseum. Der Obmann des Bezirksmuseumsvereins, Christian Rudig, differenziert in seiner Zwischenbilanz: „Wir blicken auf erfolgreiche und bestens besuchte Ausstellungen zurück. Andererseits hat uns der heiße Sommer ein Minus bei den Besucherzahlen beschert.“ Während sich der Verein im Vorjahr über 20.000 zahlende Besucher freuen durfte, werde die Zahl heuer auf 17.000 schrumpfen, so Rudig.

Zuletzt sorgten die Ausstellung „Chryseldis in memoriam“ und der Tag der offenen Tür, an dem sich Kultureinrichtungen aus der Terra-Raetica-Region (Vinschgau, Engadin, Bezirke Landeck und Imst) vorgestellt haben, für einen finalen Besucherschub. Als Höhepunkte wertet der Obmann die neue Dauerausstellung über den Barockbaumeister Jakob Prandtauer sowie die „Lichtweg-Präsentation“ im Rahmen der Chryseldis-Ausstellung. Aber auch die Künstler, die in der Galerie zu Gast waren, durften sich über interessierte Besucher freuen – Hans Seifert, Roland Böck und Andrea Koolen. Die Ausstellung „Ortskernrevitalisierung“ gab Impulse und Anregungen für weitere Projekte im Bezirk.

Am Tag der offenen Tür präsentierten Marlies Kirschner (l.) und Sieglinde Geiger vom Museumsverein Fiss einige Masken vom Blochziehen.
Am Tag der offenen Tür präsentierten Marlies Kirschner (l.) und Sieglinde Geiger vom Museumsverein Fiss einige Masken vom Blochziehen.
- Wenzel

Auch wenn die Tore auf Schloss Landeck bis 8. Dezember geschlossen bleiben, trifft der Verein längst Vorbereitungen für den „Oberländer Advent 2018“ – am 9., 16. und 23. Dezember. Laut Rudig wird es am Vorplatz neue „optische Highlights“ geben, Details möchte er noch nicht verraten. Nur so viel: „Der Platz wird autofrei sein. Die Besucher müssen wir um Verständnis bitten.“

Lobende Worte fand er über Vorstandsmitglied Franz Geiger: „Er hat das Archivierungsprojekt in die Hand genommen und bereits zahlreiche Bilder unserer großen Sammlung neu eingeordnet.“

Beim Treffen des Arbeitskreises „Cultura Raetica“ (unter dieser Dachmarke sind 39 Kultureinrichtungen zusammengefasst) am Nationalfeiertag auf Schloss Landeck stand grenzüberschreitendes Netzwerken im Vordergrund, wie Bereichsleiterin Gabriele Juen vom Regionalmanagement regioL zusammenfasste: „Es gibt Überlegungen, einen neuen Kulturführer für die Region aufzulegen.“ Dieser soll als eigenes Modul zum Terra-Raetica-Wanderführer gestaltet werden. „Zudem ist geplant, Know-how bezüglich Archivierung von Kunst- und Kulturschätzen auszutauschen“, berichtete Juen.