Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.11.2018


Osttirol

Iseltrail führt Wandergäste zu verborgenen Schönheiten

Der TVB plant einen Weitwanderweg von der Mündung zur Quelle der Isel. Der Trail soll unzugängliche Plätze voller Charme erschließen.

© OblasserNeben den bekannten Umbalfällen hat die Isel auch viele versteckte Schätze zu bieten.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Rund 90 Kilometer Fußweg sind es zwischen der Mündung der Isel in die Drau in Lienz und dem Ursprung des Flusses am Umbalkees in Prägraten. Nach den Plänen des Tourismusverbandes soll diese Strecke zur neuen wanderbaren Attraktion werden, und zwar unter dem vorläufigen Namen „Iseltrail“. Für die Entwicklung der Idee holte der TVB den Waldviertler Strategieberater Matthias Schickhofer, der auch Naturfotograf und Autor ist. Als Vorbild und Inspiration dient der Lechweg im Außerfern.

„Die Isel ist der längste frei fließende Gletscherfluss der Alpen“, sagt Schickhofer. „Schon das ist Grund genug für dieses Projekt.“ Der Iseltrail lässt sich in fünf bis sieben Tagen absolvieren und eignet sich – bis auf den letzten Teil – auch für nicht so geübte Sportler und für Familien. „Naturliebhaber, Fotografen, Wissenschafter oder Jugendgruppen kommen ebenfalls auf ihre Kosten“, ist Schickhofer überzeugt.

Ein großes Plus ist für den Strategieplaner die Vielfalt, die die Isel vom Ausgangspunkt in Lienz auf 673 Metern bis zur Quelle auf 2600 Metern Seehöhe bietet. „Es gibt hochalpine Bereiche, Wasserfälle und Schluchten, aber auch liebliche Landschaften, kleine Inseln und Sandbänke“, sagt Schickhofer.

Außerdem hat die Isel viel mehr Wasserschätze, als bekannt ist. „Da gibt es zum Beispiel die Isel-Katarakte bei Feld oder die Große Iselschlucht bei Bobojach“, schildert Matthias Schickhofer. „Diese Plätze müssten erst zugänglich gemacht werden.“

Im Grunde ist der Großteil der nötigen Wege schon vorhanden, doch es fehlt die Durchgängigkeit. Mit den Grundbesitzern müsse erst verhandelt werden, sagt TVB-Obmann Franz Theurl. „Das wird über den Winter geschehen, ebenso wie die Detailplanungen.“

Eine Basisvariante des Iseltrails soll ab Sommer 2019 begehbar sein, die Kosten dafür betragen zwischen 200.000 und 300.000 Euro. Die Bürgermeister der Iselgemeinden sehen in dem Projekt eine Aufwertung, die auf Naturbelassenheit und Authentizität fußt. Karl Poppeller, Bürgermeister von Ainet, sagt: „Es ist wichtig, dass wir den Iseltrail rasch angehen. Bis Sommer 2019 sollte eine Basisvariante auf jeden Fall fertig sein.“

Projektentwickler Matthias Schickhofer (Mitte) mit dem Prägratner Bürgermeister Anton Steiner (l.) und TVB-Obmann-Stv. Thomas Winkler.
- Oblasser



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