Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.12.2018


Bezirk Landeck

Neuer Weitwanderweg rund um Talkessel geplant

Der Tourismusverband TirolWest will einen neuen Weitwanderweg, der die Burgen der Region verbindet, ins Leben rufen.

Der Blick Richtung Schloss Landeck. Ein geplanter Weg soll den Talkessel umrunden und dabei fünf Ruinen, Burgen und Schlösser der Region verbinden.

© ReichleDer Blick Richtung Schloss Landeck. Ein geplanter Weg soll den Talkessel umrunden und dabei fünf Ruinen, Burgen und Schlösser der Region verbinden.



Von Matthias Reichle

Landeck – Er verbindet acht Gemeinden, fünf Burgen, und umrundet dabei den Talkessel Landeck. Der TVB TirolWest plant derzeit einen neuen Weitwanderweg – bei der Vollversammlung des Tourismusverbandes wurde das Projekt umrissen. Erst heuer wurde der Starkenberger Panoramaweg vom Fernpass bis Landeck eröffnet.

Die Idee zum neuen Projekt kam im Rahmen der geförderten Stadt-Umland-Kooperation, berichtet Geschäftsführerin Simone Zangerl. „Bürger hatten die Möglichkeit, verschiedene Projekte einzureichen.“ Die entscheidende Idee kam schließlich vom Pianner Meteorologen Thomas Pichler. „Der Weg ist über 50 Kilometer lang“, so Zangerl – und damit lang genug, um als Weitwanderweg zertifiziert zu werden. Die Strecke verbindet dabei die Gemeinden Schönwies, Zams, Stanz, Grins, Pians, Tobadill, Landeck und Fließ – wobei Pian­s und Schönwies außerhalb des Verbandsgebiets liegen. Arbeitstitel ist „Talkesselrundwanderweg“, später soll er aber möglicherweise als Tiroler Burgenweg beworben werden.

Den roten Faden liefern nämlich die Festungsanlagen, von denen es im Gebiet mehrere gibt, von den Ruinen Kronburg und Schrofenstein bis zur Burg Bideneck und den Schlössern Wiesberg und Land­eck. „Die Geschichte verbindet diese Ort­e.“ Und es sei ein Thema, das die Menschen fasziniere. Man werde den Weg nun in einem ersten Schritt im Februar beim Leader-­Gremium einreichen, um eine Förderung zu bekommen, so Zangerl.

Pichler, der derzeit ein Konzept ausarbeitet, ist die Streck­e bereits mit dem GPS abgegangen. „Der Weg hat 53 bis 54 Kilo­meter. Er ist aber nicht eben, man legt dabei 1600 bis 1700 Höhenmeter zurück“, erklärt er. Man müsse also durchaus geherfahren sein. Der Meteorologe und Geograf hat schon immer auch touristische Projekte verfolgt. „Bei uns gibt es unheimlich viele Kulturschätze und Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum. Es ist sinnvoll, die zusammenzufassen.“ Er sieht darin einen Mehrwert für den Tourismus in der Region, aber auch für die einheimische Bevölkerung, wenn Wege wieder saniert und gesichert werden. „Die Burgen sind das Geripp­e des Wegs, dazwischen sind die Perlen aufgefädelt: wie die Fließer Platte, die Barbara­kirche, der Kronburgtobel, der Lochputz, das Grinner Heilwasser, die Trams oder Weiherböden.“ Die meiste Infrastruktur sei bereits vorhanden, nur da und dort müsse nachgebessert werden. Eine weitere Idee Pichlers ist es, die Strecke nicht auf herkömmliche Weise zu beschildern – er will dabei auch einem Wildwuchs entgegenwirken. Eine Überlegung sei es, eine App zu konzipieren, die sich aktiv beim Wanderer meldet – zum Beispiel, wenn er vom Weg abgekommen ist, wenn es etwas zu entdecken gibt oder Infrastrukturangebot­e aufgezeigt werden sollen.