Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.01.2019


Bezirk Kitzbühel

Sperre von Privatwiesen: Klarheit durch Loipengespräche

Weil Grundstücksbesitzer im Pillerseetal immer wieder ihre Wiesen für Langläufer sperren, soll es künftig bereits im März Verhandlungen für die kommende Saison geben.

Das Langlaufen in den Kitzbüheler Alpen (Bild) soll künftig – insbesondere im Pillerseetal – reibungsloser funktionieren als bisher.

© Mirja GehDas Langlaufen in den Kitzbüheler Alpen (Bild) soll künftig – insbesondere im Pillerseetal – reibungsloser funktionieren als bisher.



Von Michael Mader

St. Ulrich a. P. – Auf der Homepage des Tourismusverbandes wird kräftig Werbung gemacht: Das Pillerseetal besticht durch sein perfekt präpariertes Langlauf-Loipennetz mit verschiedenen Strecken in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, heißt es dort unter anderem.

Getrübt wird die Freude ab und zu lediglich durch gesperrte Teilbereiche von Pisten – die Tiroler Tageszeitung berichtete bereits im Vorjahr. Nahezu immer konnte aber der Tourismusverband Piller­seeTal bzw. dessen Loipenbeauftragter mit den Grundbesitzern eine Lösung herbeiführen. Kurz vor Weihnachten erreichte den TVB erneut eine Hiobsbotschaft: Ausgerechnet die Hauptloipe, die Panoramaloipe L3, war laut TVB-Geschäftsführer Armin Kuen gesperrt. Da gibt es eine Wegegemeinschaft mit vier Grundbesitzern und alle müssen sich einig sein, dass sie den Grund zur Verfügung stellen. „Einer davon wollte aber nicht mehr, weil es Probleme bei einem anderen Grundstück mit dem Weiderecht gibt“, weiß Kuen­ die Hintergründe. Der TVB werde das jetzt aber in die Hand nehmen und mit „Forst und Agrar“ einen Lokalaugenschein machen – daraufhin gab der Landwirt wieder grünes Licht. Zumindest für die Panoramaloipe; das „Problem-Grundstück“ bleibt nach wie vor gesperrt. „Dort haben wir die Loipenführung aber ein klein wenig verlegt“, sagt Kuen, der die Vorfälle zum Anlass nimmt, vermehrt Gespräche mit den Grundstücksbesitzern zu führen. Ihm schwebt vor, entsprechende Verhandlungen in Zukunft bereits Ende März zu führen: „Dann wisse­n wir schon vor der Saison, wie wir dran sind, können entsprechend reagieren und auch längerfristige Lösungen suchen. Es nützt nichts, wenn man von den Problemen weiß und den Kopf einzieht. Es geht ja auch nie ums Geld, sondern meist nur ums Reden.“

Auch in Fieberbrunn habe es kurzfristig Probleme gegeben. „Auch da kann ich verstehen, dass Bauern einfach nicht mehr ihre Wiesen freigeben wollen, wenn ihnen die Leute die Hundekotsackerln zwischen die Siloballen schmeißen“, erklärt Kuen.­ Aber auch in Fieberbrunn konnte man sich durch Gespräche wieder einigen.