Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.02.2019


TT-Tourentipp

Feldringer Böden: Für jeden etwas dabei

Das Gebiet um die Feldringalm oberhalb von Silz ist mit Rodel, Ski oder Schneeschuhen erkundbar. Wir sind gerodelt und haben uns die vieldiskutierten Feldringer Böden angeschaut.

Ausgehend vom Parkplatz am Sattele hat man viele Möglichkeiten.

© RappAusgehend vom Parkplatz am Sattele hat man viele Möglichkeiten.



Von Irene Rapp

Haiming – Was war das für ein Wochenstart: am Montag vielerorts noch Nebel, doch je weiter man nach oben kam, desto lichter und blauer wurde es. Wir waren an diesem traumhaften Tag mit der Rodel unterwegs und marschierten zur Feldringalm oberhalb von Silz. Bei der Unterkunft auf 1888 Metern angekommen, ließen wir die Rodel stehen und gingen weiter bis oberhalb der Waldgrenze.

Dort angekommen, befindet man sich im Randbereich der Feldringer Böden, die derzeit in vieler Munde sind: Die Hochebene auf rund 2000 Metern Höhe könnte nämlich durch den geplanten Zusammenschluss der Skigebiete Hochoetz und Kühtai in Mitleidenschaft gezogen werden, doch dazu später.

- Rapp

Die Wanderung zur Feldringalm ist jedenfalls etwas, was mit Kindern gut machbar ist – in rund 45 Minuten hat man die Einkehr erreicht. Und dort erwartet die Besucher dann gemütliches Ambiente und gutes Essen.

So kommt man hin: Mit dem Auto bis nach Haiming, dort auf den Haimingerberg hinauf, bis man beim Sattele auf rund 1700 Metern Seehöhe angelangt ist (rund 10 Kilometer ab der Abzweigung). Links und rechts der Straße findet sich ein kostenpflichtiger Parkplatz, Preis: 3 Euro. Dass von diesem Punkt aus viele Ziele möglich sind, zeigen schon zahlreiche Wegweiser. Das Beste daran: Für jeden ist etwas dabei.

So können Skitourengeher vom Sattele aus auf das Faltegartenköpfl (2185 m) – auch Faltegartenkögele genannt – gehen. Schneeschuhwanderer haben ebenfalls einige Möglichkeiten: Gleich hinter den Schildern kann man auf dem Kaiser-Franz-Josef-Weg bis nach Marlstein (1770 m) wandern, einer Siedlung aus wenigen Häusern bestehend, die wie ein Adlerhorst am Hang kleben und tolle Ausblicke u.a. ins Kühtai gewähren.

Zunächst geht es gemütlich zur Feldringalm, dann weiter zu den Feldringböden, wo sich am Montag gerade rechtzeitig die Nebel lichteten und die umliegenden Berge freigaben.
Zunächst geht es gemütlich zur Feldringalm, dann weiter zu den Feldringböden, wo sich am Montag gerade rechtzeitig die Nebel lichteten und die umliegenden Berge freigaben.
- Rapp

Von Marlstein aus ist es dann möglich, auf einem Winterwanderweg auch ohne Schneeschuhe hinauf auf die Feldringer Böden zu gehen und über die Feldringalm retour zum Ausgangspunkt.

Wer die Rodelbahn wählt, befindet sich immer im Wald. Lawinengefahr besteht also hier nie. Leicht ansteigend und in wenigen Kurven führt der breite Forstweg hinauf, aber aufgepasst vor herabfahrenden Rodlern! Das Gelände ist nie wirklich steil, sondern so sanft, dass man bei der Abfahrt auf den flacheren Passagen mit einer schlechten Rodel sogar Gefahr läuft, stehen zu bleiben – aber wie gesagt: für Kinder und gemütliche Rodler ist diese Bahn ideal.

Tourentipp online

Den Track für die Tour finden Sie HIER.

Nach rund 45 Minuten hat man dann die Feldringalm erreicht. Die Hütte ist rund 70 Jahre alt, stand allerdings nicht immer an dieser Stelle. „1981 ist sie in Roppen abgebaut, hierhergeflogen und wieder aufgebaut worden“, erzählt Pächter Hannes Neurauter. Der ursprüngliche Charme blieb so erhalten, etwas, was Neurauter wichtig ist. Ebenso viel Wert legt der gelernte Koch auf traditionelles Essen mit regionalen Lebensmitteln. Weniger Pommes, mehr Knödel, lautet unter anderem die Devise.

Montag und Dienstag ist die Feldringalm während des Winters geschlossen. Wir ließen daher die Rodel stehen und gingen auf dem Winterwanderweg neben der Hütte Richtung Südosten weiter. Am Anfang steil durch Wald hinauf, nach rund 15 Minuten kommt man dann auf die nahezu baumfreie Hochebene der Feldringer Böden.

Im Sommer grasen hier 80 bis 100 Pferde und 100 Stück Jungvieh, jetzt im Winter herrscht friedliche Ruhe. Den Nebel ließen wir auf der Hütte zurück, umso beeindruckender war der Ausblick auf die umliegenden Berge wie Acherkogel (3007 m), Schafzoll (2399 m), Vordere Karlesspitze (2574 m), Sulzkogel (3016 m) und Pirchkogel (2828 m). Wermutstropfen: Auf einer Seite stört eine riesige Hochspannungsleitung das idyllische Bild. Wer auf dem Weg weitermarschiert, erreicht dann den Weiler Marlstein.

Die Feldringer Böden sollen an dieser Stelle übrigens nicht von einer möglichen Verbindung zwischen Hoch­oetz und Kühtai betroffen sein. Dennoch gibt es viele Kritiker und im Internet findet sich auch die Möglichkeit zu einer Unterschriftenaktion.

Zurück sind wir dann auf bekanntem Weg und von der Alm abwärts mit der Rodel. Der Bahnzustand: traumhafter Schnee, keine eisigen Stellen und harten Buckel. Wer keinen Schlitten hat, kann sich einen in der Hütte ausleihen (3 Euro) und diesen neben dem Parkplatz am Sattele stehen lassen. Mit dem Auto sind wir dann nicht gleich zurück nach Haiming, sondern in die andere Richtung über das Sattele Richtung Kühtai zum Gasthof Marlstein. Der Betrieb gehört der Familie von Neurauter, Tiroler Küche ist auch hier Thema. Am vergangenen Montag aßen wir ein Blutwurstgröstl mit gemischtem Salat – ein Genuss.

-