Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.03.2019


Bezirk Landeck

Altes Kino Landeck: Ort der Begegnung feiert „20er“

Team des Kulturzentrums leistet jährlich rund 3000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Zum Jubiläum am 16. März knallen die Sektkorken.

Das engagierte Team im Alten Kino Landeck: Mario Pfurtscheller, Martin Kafka, Tatjana Tamanini, Belinda und Mathias Schauer (v. l.).

© HauserDas engagierte Team im Alten Kino Landeck: Mario Pfurtscheller, Martin Kafka, Tatjana Tamanini, Belinda und Mathias Schauer (v. l.).



Landeck – Das Kulturzentrum Altes Kino Landeck ist geradezu ein Musterbeispiel dafür, was Großartiges passieren kann, wenn engagierte Menschen mit viel Herzblut und Leidenschaft darangehen, in einer Stadt kulturell etwas zu bewegen. Als die Kulturarbeiter Christian Chemelli und der inzwischen verstorbene Gerhard Karlinger im todgeweihten Stadtkino 1998 das Kulturzentrum eröffneten, hätten sie wohl kaum geglaubt, dass die schmucke Einrichtung zwei Jahrzehnte später noch existieren würde.

Es lebt noch, das Alte Kino, und wie! Jährlich gehen 80 Veranstaltungen über die Bühne. Vorstellungen für Kinder, Kabarett, Theater und Konzerte jeglichen Genres locken Besucher aus dem Oberland. Der Extra-Filmklub um Obmann Franz Tiefenbrunn hat seine Heimstatt ebenfalls im Alten Kino gefunden und bürgt mit seinem Filmangebot für allererste Qualität. Die Zusammenarbeit mit Vereinen, Schulen, der Landesmusikschule oder den Landecker Festwochen funktioniert wie am Schnürchen.

Dass dem so ist, dafür zeichnet das Team um Mathias Schauer verantwortlich. Namentlich sind das Martin Kafka, Marco Divan, Mario Pfurtscheler, Tatjana Tamanini und Belinda Schauer. Die ca. 3000 Arbeitsstunden jährlich leisten die Genannten unentgeltlich. Weshalb das Alte Kino bei den auftretenden Künstlern so beliebt ist, lässt der Chef des Teams Mathias Schauer wissen: „Abgesehen vom unvergleichlichen Charme des Kinos sind es die optimalen Rahmenbedingungen, sprich Unterkunft, Verpflegung, eine familiäre Atmosphäre und natürlich das großartige Publikum, was von den Künstlern so geschätzt wird.“

Die Strottern: Klemens Lendl und David Müller das Leben und kokettieren mit dem Tod.
Die Strottern: Klemens Lendl und David Müller das Leben und kokettieren mit dem Tod.
- Hauser

Für das Publikum wiederum ist es der ideale Mix aus internationalen und lokalen Künstlern, der zum Besuch lockt. Ein nicht unwesentlicher Teil des Angebots richtet sich an Kinder und Jugendliche, ob als Möglichkeit für den ersten Auftritt oder als Besucher. Jugendarbeit wird sozusagen großgeschrieben.

Doch zurück zu den Zahlen. Pro Jahr werden 40 Konzerte bzw. Lesungen oder Kabaretts geboten. Der Extra-Filmklub bietet etwa 30 Kinoabende bzw. Veranstaltungen jährlich. Die Tatsache, dass das Kulturzentrum Altes Kino über das Programmangebot hinaus auf unvergleichliche Art und Weise als multikulturelle Institution fungiert, in der sich Jung und Alt sowie Menschen verschiedenster Nationen auf Augenhöhe begegnen, ist bezeichnend für das Flair. Man fühlt sich wie zu Hause.

Das 20-Jahr-Jubiläum wird natürlich entsprechend gefeiert. Am Donnerstagabend war das Wiener Duo Die Strottern mit Klemens Lendl (Gesang, Violine) und David Müller (Gitarre, Gesang, Säge) zu Gast und bescherte einem begeisterten Publikum Wienerlieder, ausgestattet mit „sprühend morbider Heiterkeit“. So wahnsinnig nah am Leben, und mit dem Tod per du. Am 23. März gastiert das Paier/Valcic-Quartett, am 6. April sind Lylit & Band zu Gast. Die Sektkorken knallen zu scharfem Chili und Torte am 16. März. Da heißt es „Open Stage“ – musikalische Glückwünsche jeder Art sind willkommen. (hau)